Rockiger Protest gegen Suedlink und Energiepolitik

Rocken gegen Suedlink: Die Musiker der Coverband „Ace of Spades“. Fotos: zhf

Burghasungen. Einfach nur rocken und Spaß haben, darum ging es Vielen am Freitagabend, als sie sich aufmachten zur Burghasunger Bergbühne.

Die Band „Ace of Spades“ lockte ins idyllische Grün am Fuße des Klosterberges, wo die Besucher allerdings länger auf die vier Musiker warten mussten als gedacht. Lautete das Motto doch schließlich „Rock gegen Suedlink“, und da durften ein paar grundlegende Informationen zum Thema nicht fehlen.

Dafür nutzten die Initiatoren der Habichtswalder Bürgerinitiative die Kulisse der Truppe „Alles nur Theater“ und funktionierten kurzerhand die Burgschänke aus dem Stück „Nachbarn mit Biss“ in ein Talkstudio um. Wolfgang Assauer, Bürgermeister Thomas Raue, Willi Wieland und Veronika Papenhagen-Stanneck stellten sich den Fragen von Arne Winkler und machten einmal mehr klar, was sie von der vom Stromnetzbetreiber TenneT geplanten Umsetzung einer 800 Kilometer langen Stromtrasse halten: „Es ist eine Bedrohung, die da auf uns zukommt“, sagt BI-Vorsitzender Assauer. „Wenn in Regierungen Mist beschlossen wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als auf die Straße zu gehen, denn sowas können wir uns nicht gefallen lassen.“

Lockerer Experten-Talk: Wolfgang Assauer (von links), Bürgermeister Thomas Raue, Arne Winkler, Willi Wieland und Veronika Papenhagen-Stanneck.

Das sieht auch Habichtswalds Rathauschef Raue so und hat sich deshalb schon früh gegen Suedlink ausgesprochen. Für ihn der Schlüssel zum Erfolg: die gelungene Vernetzung von Kommunen und Bürgerinitiativen. „Auch hier im Wolfhager Land haben wir das hervorragend hinbekommen, wir sind permanent im Austausch, um im Schulterschluss gegen Suedlink vorzugehen.“ Es reiche nicht, einfach nur „nein“ zu sagen, auch das Aufzeigen von Alternativen sei wichtig. „Laut einem Eckpapier der Bundesvorsitzenden von CDU, CSU und SPD haben Erdkabel seit 1. Juli nun Vorrang, das wäre nicht passiert, ohne dass die Bürgerinitiativen auf die Straßen gegangen wären.“

Gesundheitliche Risiken

Der Protest vor Ort sei die Keimzelle des Erfolgs, findet auch Willi Wieland von der BI Schauenburg, für den ganz klar ist: „Wir benötigen weder Freileitung noch Erdkabel, für die deutsche Energiewende ist Suedlink überhaupt nicht notwendig.“ Zudem seien gesundheitliche Risiken kaum abschätzbar, diesbezügliche Bedenken fasste Veronika Papenhagen-Stanneck zusammen, die sich als Vorsitzende der BI Bad Emstal intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und den Bürgeraufstand in der Region maßgeblich mit vorangetrieben hat. „Es geht um unser aller Gesundheit“, fasste Arne Winkler zusammen, deshalb lohne es sich, auch weiter laut zu sein.

Laut wurde es dann von ganz allein, als die Musiker von „Ace of Spades“ ihre satten Rock-Covers gen Abendhimmel schickten. Wer aufgrund des Bandnamens mit einer Motörhead-Coverband gerechnet hatte, der wurde enttäuscht. Alle andern genossen den energiegeladenen Trip durch die Musikgeschichte, als sie endlich rocken und einfach nur Spaß haben konnten. (zhf)

Rock gegen Suedlink in Burghasungen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.