Lieferengpässe machen sich bei Aufträgen bemerkbar

Rohstoffe in Betrieben im Wolfhager Land knapp

Holz-Regal im Baumarkt
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Holz-Regal im Baumarkt

Viele handwerklichen Betriebe leiden während der Corona-Pandemie extrem unter Rohstoffmangel und fürchten um Aufträge. Betroffen von den Lieferschwierigkeiten sind besonders Holz und Metall.

Wolfhager Land - „So können teilweise Aufträge nicht ausgeführt werden“, sagt Lothar Kimm, vom gleichnamigen Betrieb für Heizung und Sanitär aus Altenstädt.,,Es ist verrückt, wie die Preise angestiegen sind, teilweise von 15 bis 20 Prozent“, so Kimm. Er mache sich große Sorgen, wenn der Winter komme, denn noch habe man Temperaturen über dem Gefrierpunkt zu verzeichnen. Doch sollte der Frost bald kommen, prognostiziert Lothar Kimm enttäuschte und frierende Kunden, da es kaum Ersatzteile gibt, sollte mal eine Heizung ausfallen. „Zwar gibt es Schnellheizer für den Raum, doch Haushalte ohne Durchlauferhitzer würden bei einem Defekt mit kaltem Wasser auskommen müssen“, befürchtet Kimm. Seine Firma habe fünf Schnellheizer, die im Notfall zur Verfügung stünden.

Sebastian Mette

Ebenfalls stark betroffen vom fehlenden Materialnachschub ist das Unternehmen von Dachdeckermeister Fred Bertelmann in Ippinghausen. Dort mache sich der Rohstoffmangel bei Dachlatten, Schrauben, Metall und Blech bemerkbar, wie Bertelmann auf Nachfrage erklärt. „Zwar verzeichnen wir ein leichtes Sinken der Preise von 180 zu 100 Prozent, doch die langen Lieferzeiten sind ein großes Problem“ so Bertelmann. „Es ist zu vermuten, dass bis zum nächsten Frühjahr sich wohl nichts an der Situation ändern wird“, so Bertelmann. Noch würden seine Aufträge bis Juni laufen.

Eine etwas positivere Tendenz ist bei Geschäftsführer Sebastian Mette vom Unternehmen Mette Holzbau in Bad Emstal zu erkennen. „Auch wenn der Holzpreis noch nicht auf dem Niveau ist, wie er in Vor-Corona-Zeiten war, kann man erkennen, dass der er wieder absinkt und sich auf ein normales Level hinbewegt“, so Mette. Dennoch erlebe er immer wieder, dass Aufträge aufgrund des Rohstoffmangels bei den Dachdeckern nicht final abgeschlossen werden könnten.

Von Marvin Hinrichsen und Monika Wüllner

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