Rüge für hohen Flächenverbrauch

Erschließung des Baugebietes an Kurfürstenstraße in Wolfhagen hat begonnen

Baugebiet an der Kurfürstenstraße in Wolfhagen. Die Erschließung hat begonnen.
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Baugebiet an der Kurfürstenstraße: Seit wenigen Tagen sind hier die Baufahrzeuge zugange. Im April soll die Erschließung fertig sein.

Die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet an der Kurfürstenstraße in Wolfhagen haben vor wenigen Tagen begonnen.

Wolfhagen - An der Kurfürstenstraße entstehen nach Angaben von Bürgermeister Reinhard Schaake 22 Bauplätze für Eigenheime. Entlang der Straße sind zudem Flächen für Dienstleister und Gewerbe vorgesehen. Unter anderem hat die Hausarztgemeinschaft Waldeck-Wolfhager Land GmbH großes Interesse am Kauf einer Parzelle. Die Gesellschaft möchte die Praxisräume in Wolfhagens Innenstadt aufgeben und sich stattdessen am Stadtrand niederlassen und vergrößern. Noch feilen Stadt und Hausarztgemeinschaft am Vertrag, auch fehlt die Zustimmung des Parlaments zum Verkauf.

Auch Korian Deutschland, das in Wolfhagen das Seniorenheim „Haus Phönix am Teichberg“ betreibt, möchte an der Kurfürstenstraße investieren und ein Heim errichten, in dem Menschen betreut werden, die einerseits an einer seelischen Behinderung leiden und gleichzeitig in ihrer Selbstständigkeit schwer beeinträchtigt sind.

Die Erschließungsarbeiten sollen im April kommenden Jahres abgeschlossen sein. Das sei aber abhängig von der Witterung, so Schaake. Parallel dazu werde die Stadt die Grundstücksverkäufe abwickeln. Die Liste der Interessenten für einen Bauplatz sei deutlich länger als Plätze zur Verfügung stünden. Etwa 90 Personen hätten sich vormerken lassen.

Um die starke Nachfrage bedienen zu können, habe die Stadt bereits eine weitere, sich an das Baugebiet anschließende und 1,5 Hektar große Fläche erworben. Ob dort jedoch, wie von der Verwaltung beabsichtigt, ebenfalls Baurecht geschaffen werden kann, müsse sich noch zeigen. Die Regionalversammlung jedenfalls habe die Stadt wegen ihres Flächenverbrauchs bereits gerügt, so der Bürgermeister.

Die Baulandentwicklung der kommenden Jahre werde auch davon abhängig sein, wie es der Kommune gelingen wird, Baulücken in der Innenstadt und in den Ortskernen der Stadtteile zu schließen. Dabei seien der überarbeitete Flächennutzungsplan und das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek), das derzeit im Zuge des Dorfentwicklungsprogrammes erstellt wird, wertvolle Instrumente, um einen Überblick über tatsächliche innerörtliche Baureserven zu bekommen.

Bei allem Verständnis für das Bemühen, Verbrauch und Versiegelung von Flächen Einhalt zu gebieten, „eine Stadt muss sich auch entwickeln können“, sagt Schaake. Deshalb würden die Potenziale in Kernstadt und Stadtteilen nun ausgelotet. Erst wenn dort nichts mehr gehe, habe die Stadt eine Chance, Bauland in den Außenbereichen zu entwickeln. (Antje Thon)

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