Bewegung nach Monaten des Stillstands 

Sanierung des Wolfhager Bahnhofsgebäudes soll bis Juni fertig sein

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Reduziert: Ursprünglich sollte das Bahnhofsgebäude in einem Rutsch saniert werden. Wegen der hohen Kosten wird der Güterschuppen (rechts) zunächst ausgeklammert.

Wolfhagen. Nachdem in den vergangenen Monaten die Zweifel an einer Sanierung des vom Türkischen Kulturverein erworbenen Wolfhager Bahnhofsgebäudes zunahmen, kommt jetzt doch Bewegung in das Projekt.

Am Bau läuft nicht immer alles so reibungslos, wie sich das der Bauherr wünscht, schon gar nicht, wenn die Immobilie mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat. Diese Erfahrung machte nun auch der Türkische Kulturverein in Wolfhagen beim Umbau des ehemaligen Bahnhofsgebäudes in ein türkisches Kulturzentrum.

Musste man sich zwischenzeitlich schon eingestehen, dass das ursprüngliche Vorhaben mit Umbau des Güterschuppens zu einer Moschee zu ambitioniert war und die veranschlagten 1,3 Mio. Euro den Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins und seiner Mitglieder sprengen würde, man deshalb den Güterschuppen ausklammerte und das Volumen auf 650.000 Euro herunterschraubte, so muss man nun auch noch Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigen, die man so nicht erwartet hatte. Die vorgesehenen Kunststofffenster wurden von den Denkmalschützern nicht akzeptiert, berichtet Vereinsvorsitzender Niyazi Karahan vom Ortstermin mit den Behördenvertretern. Holzfester sollen es sein. Und auch ein Anstrich für die Backsteinfassade, laut Karahan „wirklich hochwertig“, bekam nicht den Segen der Denkmalschützer.

Keine Zustimmung habe es bei einem weiteren Punkt gegeben: Man wollte die Tore des Güterschuppens entfernen, die Öffnungen zumauern. Aber auch da habe das Amt sein Veto eingelegt. Man könne die Wände von innen schließen, die historische Optik solle nachvollziehbar bleiben. Karahan: „Das hat mich aufgeregt. Da wollen wir was machen, und dann wird das nicht akzeptiert.“

Wartet auf die Runderneuerung: das Wolfhager Bahnhofsgebäude von der Gleisseite aus gesehen.

Und die Zeit drängt, schließlich will man im kommenden Juni das Haus mit seinen drei unterschiedlich großen Seminar- und Versammlungsräumen – der große im früheren Kneipenbereich soll auch als Gebetsraum genutzt werden – in Betrieb nehmen. Fertig sein sollen dann auch der Kiosk und die öffentlich zugängliche Toilette, was man ja auch vertraglich mit der Stadt vereinbart hat.

Im Haus habe es schon mehrere Arbeitseinsätze gegeben. „Alle Grundabrissarbeiten, die wir machen wollten, haben wir erledigt“, sagt Karahan. Zwischen fünf und 30 Männer, je nachdem, was gerade zu tun war, hätten sich zu den Arbeitseinsätzen an den Wochenenden eingefunden.

Jetzt sei der Elektriker im Haus gewesen, der nun innerhalb einer Woche ein Angebot für die Erneuerung der kompletten Elektrik liefern werde. Am heutigen Montag erwarte man den Besuch eines Statikers, „weil noch weitere Wände raus sollen“. Und dann stehe auch noch ein Termin wegen des Brandschutzes auf dem Plan.

Es gebe noch viel zu tun, räumt Karahan ein, der Zeitplan sei anspruchsvoll. Aber der Vorsitzende des Türkischen Kulturvereins ist zuversichtlich: „Das wird auch klappen.“

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