Neue Krone für den Zwingerturm

Sanierungsarbeiten am Mauerwerk der Weidelsburg fortgesetzt

Andreas Paul von der Firma Sosa mit Matthias Schnücker (Hessen Forst) und Ingenieur Volker Debelius im sanierten Eckschalenturm.
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Vor Verfall geschützt: Andreas Paul von der Firma Sosa mit Matthias Schnücker (Hessen Forst) und Ingenieur Volker Debelius im sanierten Eckschalenturm. Im Hintergrund verläuft die Zwingermauer.

Auch eine Ruine braucht Pflege, soll sie nicht in Gänze verfallen. Und so wird seit den 1980er-Jahren regelmäßig in den Erhalt der Bausubstanz der Weidelsburg investiert.

Ippinghausen – Gut 1,3 Millionen Euro hat der Eigentümer von Nordhessens größter Burgruine, Hessen Forst, in den vergangenen gut vier Jahrzehnten in das Wahrzeichen des Wolfhager Landes gesteckt. Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Teilbereich saniert.

Seit gut vier Wochen sind die Mitarbeiter einer Firma aus Thüringen, die die Weidelsburg seit Jahren durch ihre regelmäßigen Arbeitseinsätze bestens kennen, dabei, die für 2021 eingeplanten Gewerke zu erledigen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sanierungsarbeiten an der Mauerkrone des nordwestlichen Eckschalenturms der Zwingermauer.

„Da war mehr kaputt, als wir dachten“

„Da war mehr kaputt, als wir dachten“, sagt Volker Debelius , der seit Jahren die Sanierungsarbeiten an der Burg als bauleitender Ingenieur begleitet. Es sind vor allem Risse in der Abdeckung der Mauern und schadhafte Fugen, die es zu reparieren gilt, da dies Eintrittspforten für Nässe sind. Wenn dieses Wasser im Winter gefriert, sprengt es das Mauerwerk. Auch Pflanzen, die sich in Fugen und Rissen einnisten, brechen mit ihrem Wurzelwerk die schadhaften Stellen weiter auf und verschärfen die Problematik.

Und so haben die drei Handwerker die marode Abdeckung der Krone abgenommen, Wurzeln im Gemäuer entfernt, Steine – wo nötig – sauber gesetzt und neu verfugt. Und zum Schluss kam dann als Deckel wieder eine Schicht aus Betonestrich drauf. „Das ist zwar nicht so das Allheilmittel“, sagt Volker Debelius, „aber für die Kronen durchaus eine praktikable Lösung, auf die man seit Jahren setze. Debelius: „Es hat sich seit 40 Jahren gut gehalten.“

Arbeitspensum für dieses Jahr erreicht

Zu Beginn ihres Einsatzes hatten die Männer aus Thüringen zunächst die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten am Brunnenturm auf dem Burggelände abgeschlossen. Dort galt es, noch schadhaften Mörtel an den Fugen im Inneren des Turms zu erneuern.

Mit Ablauf dieser Woche hat das Trio sein diesjähriges Arbeitspensum im Bereich der Weidelsburg erledigt. Im kommenden Jahr werden sie wieder am Start sein, denn Burgherr Hessen Forst hat schon den Rahmen für den nächsten Bauabschnitt gesteckt. Dann nämlich soll an der fast 60 Meter langen südwestlichen Zwingermauer der mittig stehend Schalenturm in gleicher Weise runderneuert werden. Dazu ist für 2022 angedacht, dass die Außenseite der Zwingermauer auf ganzer Länge überarbeitet wird.

Nicht die letzten Arbeiten an der Weidelsburg

Das wäre dann eine deutlich größere Maßnahme als die diesjährige und würde Hessen Forst erheblich mehr kosten, als die üblicherweise vorgesehenen 25 000 Euro für Erhaltungsarbeiten. Die Wand muss auf der Bergseite eingerüstet werden. Und das ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, wie man in diesem Jahr schon beim Einrüsten des Eckschalenturms zumindest ansatzweise erleben konnte. Die einzelnen Elemente des Gerüsts können nicht bis zum Aufstellungsort gekarrt, sondern müssen entlang der Hangkante getragen werden.

Er werden nicht die letzten Arbeiten an der Weidelsburg sein. Eine Ruine, das zeigt das Engagement der vergangenen Jahre, kommt nicht ohne Pflege aus. (Norbert Müller)

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