Vorteil durch Masse und Pestizide 

Widerstand gegen Mercosur-Abkommen nimmt zu: Scheitern Fleisch-Importe?

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Hoffen, dass das Mercosur-Abkommen platzt: Bernd, Steffen und Karl Sälzer vom Sälzerhof in Istha züchten in drei Generationen Rinder.

Bei den Landwirten in der Region keimt die Hoffnung auf, dass das Mercosur-Abkommen doch noch scheitern könnte. Sie fürchten, dass die Mercosur Länder Vorteile haben. 

Dabei geht es darum, dass künftig deutlich mehr amerikanisches Rindfleisch und andere Produkte zollfrei nach Europa importiert werden dürfen. Die Landwirte haben Angst, dass sie dem Wettbewerb mit den Agrargroßmärkten nicht gewachsen sind. 

Verbraucherschützer warnen davor, dass Lebensmittel nach Deutschland kommen, die nicht den EU-Standards entsprechen und Umweltschützer fürchten um den Regenwald, weil weitere Weide- und Anbauflächen erschlossen werden sollen.

Es regt sich erster Widerstand

„Bei den ersten EU-Mitgliedsstaaten regt sich jetzt der Widerstand. Österreich und Frankreich wollen nicht mitziehen. Außerdem ist das Abkommen beim Agrarausschuss des Europaparlaments Ende September auf breite Ablehnung gestoßen“, erklärt der Pressesprecher des Hessischen Bauernverbandes, Bernd Weber. 

Um es durch zuwinken müssten aber alle Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament zustimmen. Durch die aktuelle Entwicklung stiegen die Chancen, dass das Mercosur-Abkommen doch noch scheitere. Mit einer finalen Entscheidung rechnet der Bauernverband jedoch erst im kommenden Jahr. Bis dahin machen sich die heimischen Landwirte weiter Sorgen um ihre Existenz.

Bevorteilung der Mercosur-Staaten

„Die Mercosur-Staaten haben uns gegenüber Wettbewerbsvorteile“, sagt Rinderhalter Bernd Sälzer aus Istha. Dort werde auf Masse produziert und Tierschutz außer Acht gelassen. „Die Verbraucher wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt, wenn das Freihandelsabkommen Realität wird“, befürchtet Bernd Sälzers Sohn Steffen. 

Hormone und Pflanzenschutzmittel 

„Da wird eine Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln und Hormonen eingesetzt, die bei uns verboten sind.“ Auch mit genmanipulierten Lebensmitteln müsse man rechnen. Seit Jahresanfang habe zum Beispiel das brasilianische Landwirtschaftsministerium fast 200 weitere Pflanzenschutzmittel für den Verkauf zugelassen, „Wir hoffen für uns alle, dass Mercosur scheitert“, sagen Bernd und Steffen Sälzer.

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