Zu schnell, zu gefährlich: Anwohner fordern Tempo 70 bei Ippinghausen

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Sie wollen Tempo 70 und ein Überholverbot: Claire Benard und Michael Stiller mit ihren Kindern Gwenn und Pierre. Sie wohnen außerhalb von Ippinghausen (im Hintergrund) am Zwickenberg und sagen, Tempo 100 ist für die Straße zu schnell. Der Weg zu den Bushaltestellen führt durchs Gras oder über die Fahrbahn.

Gefährliche Situationen haben Claire Benard und Michael Stiller auf der Kreisstraße vor ihrem Grundstück am Zwickenberg zwischen Ippinghausen und Leckringhausen schon einige erlebt.

Nicht viel habe gefehlt und ein Fahrzeug hätte ihm mit dem Außenspiegel die Tasche von der Schulter geräumt, sagt der 52-jährige Stiller. Das Paar möchte auf der Straße Tempo 70 durchsetzen und hat sich an die Stadt Wolfhagen gewandt. Erlaubt sind derzeit 100 Kilometern pro Stunde. Zudem fordern beide ein Überholverbot.

Stiller, der wie seine Frau oft mit dem Rad unterwegs ist, erlebt es fast täglich, dass Autos sehr schnell und mit nur geringem Abstand an ihm vorbeifahren. Problematisch sei es, wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen. Dann bliebe für ihn nicht mehr viel Platz übrig. Grünstreifen und Seitengraben rückten bedrohlich näher.

Vor einem knappen Jahr kam es dann tatsächlich zu einem Unfall: Claire Benard war mit ihrer nur wenige Wochen alten Tochter im Auto unterwegs und wollte von Ippinghausen kommend in die Zufahrt zu ihrem Haus einbiegen. Obwohl sie alles kontrolliert hatte, tauchte plötzlich im Rückspiegel ein Sprinter mit hohem Tempo auf. „Und der wollte überholen“, sagt die junge Mutter.

Einen Zusammenstoß zwischen dem Sprinter und dem in diesem Moment entgegenkommenden Fahrzeug konnte sie nur verhindern, in dem sie nach rechts ins Feld auswich. Töchterchen Gwenn hatte Glück, sie selbst kam mit leichten Verletzungen an Hand und Nacken davon. Geblieben aber sei die Angst, sobald sie sich hinters Lenkrad ihres Autos setze.

Für seine Forderung nach einer Verkehrsberuhigung führt das Paar verschiedene Gründe an. Je nachdem, aus welcher Richtung Fahrzeuge kämen, sei die Straße schwer einzusehen. Wer Ippinghausen hinter sich gelassen habe, drücke automatisch aufs Gas und beschleunige.

Zudem sei der Zwickenberg zu beiden Seiten der Straße mit Bushaltestellen ausgestattet, die sich auf freiem Feld befinden und ohne Haltebucht auskommen müssen. An der Mondscheinmühle in Richtung Bründersen und auch an der Oleimühle, die beide ebenfalls vom Bus angefahren werden, gelte Tempo 70.

Zudem seien auf der Straße zwischen Leckringhausen und Ippinghausen viele Radfahrer unterwegs. Bedingt durch den nahen Stadtwald gebe es einen starken Wildwechsel. „Wir hören im Haus häufiger die quietschenden Reifen“, sagt Stiller.

„Ich möchte eigentlich nicht mit dem Auto nach Ippinghausen fahren“, erklärt Claire Benard, die das für ökologischen Wahnsinn hält. Kaum 600 Meter entfernt wohnt die Tagesmutter, bei der Sohn Pierre in Obhut war und von der in wenigen Monaten auch Tochter Gwenn betreut wird. Aus Gründen der Sicherheit entscheidet sie sich öfter für das Auto, als ihr lieb ist – manchmal nutzt sie aber auch das Fahrrad samt Kindertransportanhänger. Ein ungutes Gefühl radelt dabei immer mit.

Dass sie nicht auf den Bus umsteigt, liege daran, dass der Weg zu den Haltestellen so gefährlich sei. Der führt entlang der Fahrbahn, auf der Autos mit erlaubtem Tempo 100 vorbeifahren.

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