Nur die Abschlussprüfung zählt

Schüler der Herwig-Blankertz-Schule in Wolfhagen haben neben ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife gemacht

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Wolfhager Land. Bei VW malochen – jeden Tag ganze acht Stunden – und abends noch die Schulbank drücken: Dass genau das möglich ist, haben acht Schüler der Herwig-Blankertz-Schule an der Wolfhager Pommernanlage, der Max-Alt-Schule sowie der Oskar-von-Müller-Schule in Kassel bewiesen.

Sie haben neben ihrer Ausbildung bei VW in Baunatal und dem Unterricht in der Berufsschule die Allgemeine Fachhochschulreife gemacht.

Zwei Jahre lang haben Timo Lachmann aus Naumburg, Jon Feige und Yannik Rössel aus Fritzlar, Patrick Vetter und Daniel Hoth aus Schauenburg, Alim Turhan und Matthias Au aus Baunatal sowie Marvin Ried aus Knüllwald für ihre Abschlussprüfung gelernt – zwei Abende pro Woche à drei Stunden für die Fächer Mathematik, Deustch und Englisch.

"Wenn die Schüler die Fachhochschulereife bestehen wollen, dann zählt für sie nur diese Prüfung", sagt Dr. Peter Gall, Lehrer für Mathematik an der Herwig-Blankertz-Schule. Die Schüler erhielten weder eine Vornote, noch könnten sie eine unzureichende Leistung mit einer mündlichen Prüfung im Nachhinein ausgleichen.

Trotz bestandener Prüfung haben nicht alle Schüler ein Zeugnis über ihr bestandenes Fachabitur erhalten. Das bekommen sie erst, wenn sie auch ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben. „Die Ausbildung ist Voraussetzung, um am Unterricht überhaupt erst teilnehmen zu können“, sagt Gall.

Alim Turhan, 19 Jahre alt, hat seine Ausbildung zum Industrimechaniker bereits abgeschlossen und deshalb schon jetzt sein Zeugnis erhalten. "Ich will jetzt erst einmal arbeiten", sagt er gegenüber der HNA. "Im kommenden Wintersemester möchte ich dann an der Uni in Kassel Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau studieren."

Der Weg zur Fachhochschulreife sei nicht immer leicht gewesen. "Es ist hart, sich nach der Arbeit noch auf den Schulstoff zu konzentrieren", sagt Alim. „Trotzdem ist es machbar." Nicht jeder Auszubildende hielte das Pensum durch, sagt auch Gall. 20 Jugendliche hätten vor zwei Jahren den Kurs für die Allgemeine Fachhochschulreife begonnen, elf seien zur Abschlussprüfung angetreten, acht hätten bestanden. "Oft kollidieren die schulischen mit den privaten Verpflichtungen. Die Auszubildenen müssen dann lernen, Prioritäten zu setzen."

Wer selbst die Herwig-Blankertz-Schule besucht und neben einer Ausbildung die Allgemeine Fachhochschulreife machen möchte, kann sich während des gesamten Schuljahres an Dr. Peter Gall wenden.

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