Juniorwahl

Schülermehrheit für die SPD: drei Schulen aus dem Altkreis bei Juniorwahl dabei

Zuhause ist Politik Thema: (von links) Leonard Sprafke, Fenja Rosenkranz, Lara Freund, Charlotte Liebig und Mohamed Al Rafiq von der Elisabeth-Selbert-Schule zählen die Stimmen ihrer Klasse (G10) aus.
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Zuhause ist Politik Thema: (von links) Leonard Sprafke, Fenja Rosenkranz, Lara Freund, Charlotte Liebig und Mohamed Al Rafiq von der Elisabeth-Selbert-Schule zählen die Stimmen ihrer Klasse (G10) aus.

Im Rahmen der Juniorwahl, einem bundesweiten Schulprojekt zur diesjährigen Bundestagswahl, durften auch junge Menschen ihre Stimme abgeben.

Wolfhager Land – Schüler der Jahrgänge 7 bis 13 durften teilnehmen. Dass an der Christine-Brückner-Schule (CBS) in Bad Emstal jeder fünfte Schüler die FDP gewählt habe, kam für Lehrer Heinz Helge Fach überraschend.

Mit 20,3 Prozent belegten die Freien Demokraten den zweiten Platz – nach der SPD mit 32,2 Prozent. An dritter Stelle folgten die Grünen mit 10,9 Prozent der Stimmen: „Weniger als erwartet“, sagt Fach. Die CDU bekam 9,9 Prozent. Es folgte die AfD mit 8,9 Prozent, die Linke mit 4 Prozent und 13,9 Prozent entfielen auf sonstige Parteien. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 81 Prozent.

FDP überraschend weit vorne

Als „Partei der Reichen“ sei die FDP bei Schülern in der Vergangenheit eher unbeliebt gewesen, sagte Fach. Nun hätte sie es auf Anhieb auf Platz zwei geschafft. Grund dafür sei laut Fach der Fokus auf das Digitale. Vor allem durch Corona hätten die Schüler die Mängel im Digitalen stark zu spüren bekommen. Auch mit ihren recht jungen Parteimitgliedern habe die FDP bei den Jugendlichen punkten können.

Obwohl der Klimaschutz nicht zuletzt durch die „Fridays for Future“-Demonstrationen bei den Jugendlichen sehr präsent sei, schnitten die Grünen an der CBS schlechter ab als erwartet. Das hänge laut Fach unter anderem mit der Verkehrspolitik der Partei zusammen.

Vor allem in ländlichen Regionen wie Bad Emstal seien die Menschen auf Autos angewiesen, da die Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel oft schlecht seien. Einige Ansatzpunkte der Grünen wirkten deshalb auf viele Schüler abschreckend.

Wahlbeteiligung an den Wolfhager Schulen bei über 80 Prozent

An der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule haben 682 Schüler gewählt, die Wahlbeteiligung lag hier bei 81,68 Prozent. Auch hier war die SPD mit 27,3 Prozent Spitzenreiter. Die FDP folgte mit 22 Prozent, die Grünen schafften es mit 14,1 Prozent auf Platz drei und die CDU/CSU bekamen 12 Prozent der Stimmen der Jugendlichen.

Weit dahinter lagen mit 5,5 Prozent die AfD und die Linke mit 4,7 Prozent. 12,3 Prozent setzten ihr Kreuz bei sonstigen Parteien.

An der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Zierenberg wurde nur klassenintern gewählt – drei Klassen haben mitgemacht, insgesamt haben etwa 50 Schüler ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung lag bei 88 Prozent. Die zehnte Klasse des Gymnasialzweigs hatte im Vorfeld die Möglichkeit, die Kandidaten des Wahlkreises in einer Videokonferenz kennenzulernen.

Thema spielt auch zuhause eine Rolle

Im Nachgespräch hätten die Schüler deutlich mit Peter Koswig, dem Kandidaten der Grünen, sympathisiert, sagt Lehrerin Stefanie Kämpfer. Daher hätte sie erwartet, dass die Grünen bei der Wahl das Rennen machen würden. Heraus kam jedoch eine Stimmengleichheit mit der SPD bei den Erststimmen, wobei Esther Dilcher als Kandidatin der SPD bei der Konferenz nicht dabei gewesen sei.

Für Kämpfer sei dieses Ergebnis ein klares Indiz dafür, dass auch Zuhause über das Thema gesprochen wurde, was sie als sehr positiv empfinde.

Bei den Zweitstimmen lag die CDU unter den 15 Schülern der G10 mit 33,3 Prozent vorne. Gefolgt von der SPD mit 26,7 Prozent. Die FDP bekam 13,3 Prozent, die Grünen 20 Prozent und die AfD 6,7 Prozent. (Lea-Sophie Mollus)

Wahlbeteiligung auch bundesweit bei über 80 Prozent

Für die Juniorwahl bundesweit wahlberechtigt waren 1 421 492 Schüler, von denen 1 156 543 teilgenommen haben. Davon waren 1 129 667 Stimmen gültig – die Wahlbeteiligung lag somit bei 81,4 Prozent. In Hessen haben 243 Schulen an der Juniorwahl teilgenommen.

Bei den Jugendlichen sind der bundesweite Spitzenreiter mit 20,6 Prozent die Grünen (14,8 Prozent haben bei der Bundestagswahl für die Grünen gestimmt). Es folgt die SPD mit 19,4 Prozent (25,7 Prozent bei der Bundestagswahl). Knapp dahinter folgt bei der Juniorwahl die FDP mit 18,5 Prozent (11,5 Prozent).

Die CDU/CSU belegt mit 13,5 Prozent Platz Vier (24,1 Prozent). 7,6 Prozent der Stimmen bekam die LINKE (4,9 Prozent). Die AfD kommt bei den Jugendlichen auf 5,1 Prozent (10,3 Prozent) und 15,3 Prozent fallen auf sonstige Parteien ab (8,7 Prozent).

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