Lehrer können mit Schülern nur eingeschränkt digital arbeiten

Schulen im Wolfhager Land brauchen schnelles Internet

Wenn alle Lehrer Laptops erhalten, würde das digitale Lernen in Schulen erheblich vereinfacht – darin sind sich die befragten Schulleiter im Landkreis Kassel einig. Das
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Wenn alle Lehrer Laptops erhalten, würde das digitale Lernen in Schulen erheblich vereinfacht – darin sind sich die befragten Schulleiter im Landkreis Kassel einig. Das

Damit die Digitalisierung an Schulen schneller voranschreitet, sollen Lehrer nun schnellstmöglich Dienst-Laptops erhalten.

Wolfhager Land - So besagt es der Vorstoß von Bund und Ländern bei einem Treffen der Kultusminister im Kanzleramt. Eine Aussicht, die zwar die Leiter der weiterführenden Schulen in Bad Emstal, Zierenberg und Wolfhagen freut, aber Priorität habe vor allem eine schnelle Internetverbindung, sagen sie. Damit stehe und falle die Digitalisierung in den Schulen.

„In den vergangenen Monaten haben sich die Kollegen selbst ein Laptop angeschafft, das sie dienstlich nutzen“, berichtet Ludger Brinkmann, Leiter der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule. Die Schule habe in diesem Jahr schon viel eigenes Geld in die Verbesserung des internen WLAN-Netzes gesteckt.

„Aber die Leistungsfähigkeit reicht bei 1500 Schülern und 125 Lehrern bei Weitem nicht aus.“ Dringend benötige die Schule Glasfaseranschluss.

Auch in der Zierenberger Elisabeth-Selbert-Schule hätten sich die Lehrer selbst privat digital aufgerüstet, sagt Schulleiter Lars Grenzemann. Das Netz sei weder stabil noch ausreichend für größere Schülergruppen. „Wenn in einer Klasse digital gearbeitet werden soll, müssen sich die Lehrer in eine Liste eintragen.“ Natürlich freue man sich in der Schule über Dienstlaptops: „Das sehen wir als Wertschätzung.“

In Bad Emstal sieht es, was WLAN betrifft, nicht anders aus. Von einer zeitgemäßen Internetverbindung sei man weit entfernt, sagt der Schulleiter der Christine-Brückner-Schule, Ulf Imhof. Und ohne Internet nützten auch die Laptops nichts. Es gehe ja auch darum, die Bildungsplattformen nutzen zu können. Wie in Zierenberg und Wolfhagen würden auch die Bad Emstaler viel mehr mit den Schülern digital arbeiten, wenn die Voraussetzungen vorhanden sind.

Daran arbeite der Landkreis Kassel als Schulträger, erklärt Pressesprecher Andreas Bernhard. Von 72 Schulen im Landkreis gebe es bisher in acht Einrichtungen einen Glasfaseranschluss. 46 Schulen sollen im Laufe des kommenden Jahres durch förderfähige Lösungen des Bundes an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Für die übrigen bemühe man sich derzeit, individuelle Lösungen zu finden, sagt Bernhard. Man hofft beim Landkreis, dass in 2021 ein neues Förderprogramm für die Digitalisierung der Schulen aufgelegt wird.

Auch was den Ausbau des WLAN in den Schulen selbst betrifft, sei der Landkreis dran. „Derzeit besprechen wir mit den Schulen Detailfragen“, erklärt der Landkreis-Pressesprecher. (Bea Ricken)

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