Schulamt nennt Strategien angesichts steigender Infiziertenzahlen

Schulen können zeitversetzt starten, um volle Busse zu vermeiden

Schüler drängeln sich in Schulbus, zwar mit Maske aber ohne Abstand.
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Schülertransport in Pandemiezeiten: Die Eltern schlagen immer wieder Alarm, weil sie Angst haben, dass sich ihre Kinder in Bussen und Bahnen infizieren könnten. 

Auch jetzt während des Teil-Lockdown hat sich beim Schüler- und Pendlerverkehr nicht viel geändert. Dicht an dicht stehen oder sitzen die Fahrgäste in Bussen und Bahnen in Stadt und Landkreis Kassel.

Wolfhager Land ‒ Abstand halten ist nicht möglich. Wirkliche Entlastung konnten auch nicht ein paar zusätzlich eingesetzte Busse des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) vor einigen Wochen bringen. Immer wieder erreichen die HNA Anfragen von Eltern und auch Pendlern, die sich angesichts der steigenden Infektionszahlen Sorgen machen. Auch ÖPNV-Betriebe haben jetzt wegen der besorgniserregenden Coronalage eine Entzerrung der Schulanfangszeiten gefordert.

Beim Landkreis rennt der ÖPNV mit seinem Vorschlag offene Türen ein. „Wir hatten mit unserem Vorstoß für Wechselunterricht ab der Klasse 9 unter anderem auch versucht, eine Entzerrung im Schülerverkehr zu erreichen. Leider hat das Land Hessen eine Auslösung von Wechselunterricht durch eine Gebietskörperschaft untersagt, da dies nur landesweit erfolgen soll“, erklärt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Der Kreis befürworte jede Möglichkeit, den Busverkehr morgens zu entzerren, und versetzte Schulanfangszeiten würde da sicherlich sehr helfen.

Das Staatliche Schulamt ermutigt Eltern, ihre Bedenken hinsichtlich des Schülertransports gegenüber den Schulleitungen zu äußern. Das erklärt Schulamtssprecherin Sabine Schäfer. „Im Landkreis Kassel wird es schwieriger, die Schulanfangszeiten zu verändern. Das ÖPNV-Netz in der Stadt Kassel ist dagegen so gut ausgestaltet, dass Veränderungen aus Sicht des Schulamtes leichter umsetzbar sind“, so Schäfer.

Zum Beispiel werde an einer großen Beruflichen Schule der Unterrichtsbeginn abteilungsweise voneinander abgekoppelt, sodass die Schüler zeitversetzt starten. In anderen Schulen beginne der Unterricht mit einem offenen Anfang, der es ermögliche, nach und nach in der Schule einzutreffen. „Dies könnte im Bedarfsfall ausgebaut werden, unterliegt aber verschiedenen Bedingungen.“ Voraussetzung für die Veränderung der Anfangszeiten sei immer eine Beteiligung der schulischen Gremien.

Über die Veränderung der Anfangszeiten hinaus haben die Schulen nach Auskunft des Schulamtes die Möglichkeit, für ältere Schüler sogenannten digitalgestützten Distanzunterricht anzubieten.

Interessierte Schulen könnten diesen Weg freiwillig gehen und müssten einen Antrag stellen. Einige hätten dies schon getan. Notwendig sei hierzu die schulrechtlich vorgegebene Einbeziehung der Schulkonferenz, des Schulelternbeirats und des Schülerrats sowie der Gesamtkonferenz, erklärt Sabine Schäfer vom Schulamt.

Pendlern empfiehlt der Nordhessische Verkehrsverbund bei flexiblem Arbeitszeitbeginn auf Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten auszuweichen. „In der Regel reicht schon eine Fahrt später oder früher als gewohnt“, so NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Nach Auskunft des Staatlichen Schulamtes in Kassel habe die hessische Landesregierung gerade zur Erhöhung der Transportkapazitäten im Schülerverkehr zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Sprecherin Sabine Schäfer nennt eine Summe von 10,8 Millionen Euro. Damit soll der ÖPNV im Land Hessen während der Pandemie zu Stoßzeiten und besonders dann, wenn viele Schüler unterwegs sind, entlastet werden. Damit könnten auch mehr Busse im Linienverkehr eingesetzt werden. (Bea Ricken)

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