Schutz kommt aus der Region

SQ Deutschland produziert Einweg-Masken in Wolfhagen

Drei Männer stehen neben einer Maschine, die einen langen weißen Streifen Stoff verarbeitet.
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Läuft: In Wolfhagen werden sowohl FFP2 und FFP3-Masken (partikelfiltrierende Halbmasken) als auch Einweg-Gesichtsmasken produziert. Auf dem Bild kontrollieren SQ-Mitarbeiter die Produktion.

Vier Maschinen laufen bei SQ Deutschland in Wolfhagen und produzieren FFP2-, FFP3-Masken sowie Einweg-Gesichtsmasken. 100 Millionen Masken sollen ab November jährlich entstehen.

Wolfhagen – SQ-Geschäftsführer Stefan Ost ist stolz darauf, 50 neue Arbeitsplätze in Wolfhagen geschaffen zu haben. „Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut“, sagte Ost. Rund fünf Millionen Euro wurden in den Standort an der Gutenbergstraße investiert. Besonders dankbar sind Ost und auch der technische Leiter, Olaf Ullrich, über die herausragende Unterstützung der Stadt Wolfhagen und aller zuständigen Behörden.

„Wir haben in alle Richtungen geschaut und uns dann für den Standort in Wolfhagen entschieden“, sagte Ost. Und mit der Entscheidung sei er mit seiner Mannschaft äußerst zufrieden. Wolfhager Betriebe seien mit dem Um- und Ausbau beschäftigt gewesen und noch dabei, die restlichen Arbeiten zu erledigen. Schon an der Bundesstraße ist nun weithin sichtbar, dass SQ dort produziert.

Stefan Ost, SQ-Geschäftsführer.

Vor dem Gebäude wehen Fahnen mit dem Firmenlogo SQ, der Europa-Flagge und einer Fahne mit dem Wappen der Stadt Wolfhagen. Das frühere Diskothekengebäude Fun wurde nachhaltig umgebaut. Es werden keine fossilen Brennstoffe genutzt, sondern Energie mit einer Luftwärmepumpe und Fotovoltaik nahezu autark erzeugt. Ende des Monats sollen sich Geschäftspartner in den neuen Räumen, wozu auch ein ehemaliges Holz-Musterhaus gehört, unter den bestehenden Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie umsehen können.

SQ Deutschland hat bereits in den Landkreisen Kassel und Waldeck-Frankenberg Einweg-Masken an Schulen und andere öffentliche Einrichtungen spendiert, als es kaum welche auf dem Markt zu kaufen gab. In Hessen hat SQ fünf Millionen Masken verkauft, die von der Landesregierung verteilt wurden. Eine Maskenanalyse gehört in Wolfhagen mit zum Alltagsgeschäft. Denn nicht nur der Kontakt zu Universitäten und Vlies-Herstellern sei wichtig, sondern das Gefühl, gut durch die Maske atmen zu können.

Produktion in Wolfhagen: SQ-Deutschland hat sein Hauptquartier in der Wolfhager Gutenbergstraße. Im Bild (von links) Geschäftsführer Stefan Ost, Marketingleiterin Nadine Kleisner und der technische Leiter, Olaf Ullrich.

„Der Gesichtsschutz wird bleiben“

Auf Nachhaltigkeit legt SQ-Deutschland mit Sitz in Wolfhagen großen Wert. Das zeigt sich nicht nur in der Ausstattung des Hauptquartiers in Wolfhagen, sondern auch an der Produktion der FFP2/FFP3 und Einweg-Gesichtsmasken. „Wir haben deutsche Hersteller durch unser Konzept überzeugt“, erklärte SQ-Geschäftsführer Stefan Ost. Alle Roh-Materialien für die Herstellung des Gesichtsschutzes bezieht SQ aus Deutschland. Langfristig ist die Erweiterung der Produktion geplant. Aktuell können in Wolfhagen 100 Millionen Masken jährlich produzier werden. Der Bedarf liegt bundesweit bei 20 Milliarden.

Stefan Ost ist überzeugt, dass es auch nach der Corona-Pandemie Hygienekonzepte geben wird. Alles werde sich ändern. „Gerade im Industriebereich und in öffentlichen Gebäuden werden wir nachhaltig mit Gesichtsschutz arbeiten“, so Ost weiter. Die Menschen würden dauerhaft damit leben müssen. Wichtig sei jetzt während der Corona-Pandemie und auch später, die Hygienekonzepte richtig umzusetzen.

Abstand halten, Hände waschen, Räume lüften, die Maske richtig tragen, den Nasenbügel gut schließen und diszipliniert sein – das sei wichtig für alle. Gesichtsschutz sei sinnvoll, wenn er richtig eingesetzt werde. So sei das Tragen einer Einwegmaske allenfalls für drei bis vier Stunden am Stück richtig.

Bei Husten und Niesen müsste sie noch viel öfter gewechselt werden. Falsch sei es auch, einen Einweg-Gesichtsschutz nach beispielsweise einem Einkauf im Auto liegen zu lassen und ihn beim nächsten Mal wieder zu benutzen.

Analyse: Olaf Ullrich (links) und SQ-Geschäftsführer Stefan Ost im Gespräch.

In der Produktion in Wolfhagen werden gut tragbare Masken hergestellt. Olaf Ullrich, technischer Leiter, ist von dem SQ-Produkt überzeugt. Damit sei gutes Atmen möglich. Und ganz sicher sind die beiden SQ-Chefs, dass es keinen Mangel an Gesichtsschutz mehr geben werde.

Jetzt stehe noch die Überlegung an, einen eigenen Online-Shop aufzubauen, bei dem auch Privatkunden Masken bestellen können.

Roh-Material ausschließlich aus Deutschland

Die SQ Deutschland ist ein Tochterunternehmen der chinesischen Shengquan Group. Das Mutterunternehmen ist einer der weltweit führenden Produzenten von keramischen Filtern, Bindemitteln, Schlichten, Speiserhilfsstoffen sowie weiteren Produkten für die Gießereianwendung. In Kassel hat SQ ein Logistikzentrum, in Wolfhagen werden jetzt Gesichtsmasken produziert. Ausschließlich Roh-Material aus Deutschland wird in Wolfhagen verarbeitet. (Monika Wüllner)

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