Kraniche flüchten vor dem Wintereinbruch

Schwärme überflogen das Wolfhager Land auf dem Weg in wärmere Regionen

Ein Vogel schaut auf einem Ast nach Futter.
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Vögel freuen sich bei den niedrigen Temperaturen über ein Futterangebot.

Der Wintereinbruch mit Frosttemperaturen und geschlossener Schneedecke macht auch den Wildtieren und Vögeln zu schaffen. „Jetzt bei geschlossener Schneedecke sollte man die heimische Vogelwelt unterstützen“, rät der Oberelsunger Markus Dietrich vom Kreisverband Kassel des Naturschutzbundes.

Wolfhager Land – Die häufigsten Körnerfresser an den Futterstellen seien Meisen, Finken und Sperlinge. „Bei uns überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen“, so Dietrich. Wichtig sei es, die Futterstellen sauber zu halten oder geschlossene Futterstationen anzubieten. Eine Hilfe für die heimische Vogelwelt seien auch Nistkästen, die man jetzt noch aufhängen kann. „Darin finden die Vögel bei dem Wetter einen geschützten Platz, wo sie die Nacht verbringen können.“

„Wildtiere wie Reh oder Hase kommen gut mit der Kälte zurecht“, sagt Dr. Britta Winterhoff vom Forstamt in Wolfhagen. Die Tiere würden bei der Futtersuche den Schnee wegscharren oder Baumrinde fressen. Wildtiere fahren bei Frost ihren Energiehaushalt herunter und sollten deshalb nicht gestört werden. Besitzer von Hunden dürfen deshalb auf keinen Fall eine Verfolgungsjagd ihres Vierbeiners dulden.

Am Naturschutzgebiet Glockenborn bei Wolfhagen, wo viele Vögel überwintern, ist es derzeit ungewöhnlich ruhig. Über dem Wolfhager Land waren allerdings Anfang der Woche Kranichschwärme unterwegs. „Bei einem solchen Wintereinbruch ziehen die Tiere in wärmere Gefilde ab“, erklärt Stephan Schmidt, der das Naturschutzgebiet betreut. Dies gilt auch für Singvögel und andere Zugvögel, die bereits zurückgekehrt sind.

Überflogen das Wolfhager Land: Kraniche auf der Flucht vor dem Wintereinbruch.

Während einige nur soweit fliegen, bis sie wieder Nahrung finden, machen sich andere gleich auf einen Langstreckenflug Richtung Frankreich. Dies sei für sie problemlos zu bewältigen. Wo sich die bisher in der Region überwinternde Störchin derzeit aufhält und ob sie vielleicht auch Wolfhagen in Richtung wärmere Gefilde verlassen hat, kann Schmidt nicht sagen. „Ich habe sie jetzt eine Weile nicht mehr gesehen.“ (Bea Ricken)

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