Sexueller Missbrauch: Wolfhager muss drei Jahre in Haft

Wolfhagen/Volkmarsen. Ein 29-jähriger Wolfhager wurde am Mittwoch zu drei Jahren und drei Monaten Haft wegen sexuellen Missbrauchs und versuchter Vergewaltigung verurteilt.

Wegen sexuellen Missbrauchs durch anzügliche Handlungen vor Kindern sowie sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung seiner Frau hat das Amtsgericht Korbach einen 29-jährigen Wolfhager zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Im November 2014 hatte er in Volkmarsen zwei elf und acht Jahre alte Mädchen an sein Auto gerufen. Während er sie nach dem Weg fragte, spielte er mit einem aus seinem Hosenstall herausragendem Vibrator. Sein dreijähriger Sohn saß derweil auf dem Rücksitz. Er sei psychisch am Ende gewesen und habe ins Gefängnis oder die Psychiatrie gewollt, erklärte er sein Motiv. Er habe wochenlang auf eine Gelegenheit gewartet.

Eine Sachverständige vermutet nach verstörenden sexuellen Erlebnissen in der Kindheit eine posttraumatische Belastungsstörung, seine Schuldfähigkeit sei aber nicht eingeschränkt. Um eine Therapie in Anspruch zu nehmen, habe er sich zu sehr geschämt.

„Anstatt zum Psychiater zu gehen, benutzt er kleine Kinder, um sich einweisen zu lassen“, hielt der Staatsanwalt fest. Als „vollkommen rücksichtslos“ bezeichnete dies auch Richter Henrik Ludwig. Der Verurteilte hat bereits eine Vorgeschichte mit sexueller Nötigung und Exhibitionismus. Auch dabei habe es sich um „Hilferufe“ gehandelt, sagte sein Verteidiger. Abgesehen von Details gestand er die Vorwürfe ein. Das rechneten Staatsanwaltschaft und Gericht ihm hoch an, da es den Mädchen eine Aussage vor Gericht ersparte.

Den größten Teil seiner Strafe macht der Übergriff auf seine von ihm getrennt lebende Frau aus: Im Januar umklammerte er sie zunächst gegen ihren eindeutigen Protest. Kurz darauf schmiss er sie auf ihr Bett, hielt ihr den Mund zu und versuchte, in sie einzudringen, wogegen sie sich erfolgreich wehrte. Für diese „vergewaltigungsgleiche Tat“ sei das verhängte Strafmaß die „vollkommen unterste Grenze“, hielt der Richter fest.

Von Wilhelm Figge

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