Eigenbetrieb Kreiskliniken

Krankenhausexperte Silvan Uick leitet die Kreiskliniken Wolfhagen und Hofgeismar

Hat die Verantwortung für 380 Mitarbeiter: Silvan Uick ist der neue Betriebsleiter der Kreiskliniken Kassel GmbH mit den Krankenhaus-Standorten Wolfhagen und Hofgeismar.
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Hat die Verantwortung für 380 Mitarbeiter: Silvan Uick ist der neue Betriebsleiter der Kreiskliniken Kassel GmbH mit den Krankenhaus-Standorten Wolfhagen und Hofgeismar.

Nachdem die Kliniken Wolfhagen und Hofgeismar wieder beim Landkreis Kassel angesiedelt sind, gibt es mit Votum des Kreisausschusses auch einen Chef. 

Wolfhagen/Hofgeismar - Seit dem 1. Juli leitet der 52-jährige Silvan Uick den Eigenbetrieb Kliniken. „Ich freue mich, dass wir einen ausgewiesenen Krankenhausexperten gefunden haben, der ohne große Vorbereitungszeit in die Leitung unserer Kliniken einsteigen kann“, sagt Landrat Uwe Schmidt.

Uick, der eine 30-jährige Tätigkeit in unterschiedlichen Zweigen des Gesundheitswesens vorweisen kann und seit diesem Frühjahr als Berater für den Landkreis im Übernahmeprozess des Klinikbetriebs in Hofgeismar und Wolfhagen tätig ist, sieht sich einer großen Herausforderung gegenüber. „Krankenhausübernahmen dauern üblicherweise zwischen einem und anderthalb Jahren. Wir hatten nur fünf Monate“, sagt Uick. Seit der Landkreis vor 15 Jahren seine Kreiskrankenhäuser in die Gesundheit Nordhessen Holding AG einbrachte, hat er keine eigenen Erfahrungen mehr mit dem Führen von Krankenhäusern.

Personal wird benötigt

Um am 1. August ins Krankenhaus in Wolfhagen wieder Patienten aufnehmen zu können, braucht es vor allem eines: Personal. Das ist eine der wichtigen Aufgabe, an der der neue Betriebsleiter der Kreiskliniken Kassel GmbH, Silvan Uick, gemeinsam mit dem Landkreis Kassel nun mit Hochdruck arbeitet.

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), zu der die Kliniken Hofgeismar und Wolfhagen bis zum 30. Juni gehörten, hatte die Mitarbeiter an den beiden Standorten angeschrieben und über die Veränderungen informiert, die mit dem Verkauf beider Häuser an den Landkreis Kassel einhergehen. Sie alle haben die Möglichkeit, nun zum Eigenbetrieb Kreiskliniken zu wechseln. „Wir haben noch keine hundertprozentige Übersicht, wie sich die Beschäftigten entscheiden werden“, sagt Harald Kühlborn, der im Landkreis Kassel zuständig ist für die gesundheitliche Versorgung im Ländlichen Raum und verweist auf eine noch währende Bedenkzeit. „Wir möchten aber, dass alle zu uns kommen“, sagt Uick. Am Standort Wolfhagen sei die Personalfrage deshalb drängender, weil sich dort einige Mitarbeiter während der vergangenen Monate, als die Zukunft der Klinik völlig unklar war, bereits anderweitig umgeschaut hätten.

Austausch zwischen Kliniken soll intensiviert werden

Insofern seien der Start des Klinikbetriebs am Ofenberg und die Taktung von Operationen und Behandlungen letztlich von der Personaldecke abhängig. Während es bei der ärztlichen Versorgung schon jetzt sehr gut aussehe, gäbe es beim Pflegepersonal noch Optimierungsbedarf. Sollte es in der Anfangszeit beim Personal etwas ruckeln, „dann müssten die OP-Kapazitäten nach unten angepasst werden“, sagt Uick. Fest steht aber auch: Alles, was vor der Schließung in Wolfhagen gewesen sei, werde es dort auch wieder geben. Das gelte auch für das Angebot von Belegärzten. „Was wir medizinisch an beiden Standorten leisten können, bieten wir auch an“, so Uick und betont, dass keine Eingriffe, für die die fachliche Kompetenz und Erfahrung vorhanden sei, an andere Kliniken abgegeben würden.

Uicks Ziel ist es, den Austausch zwischen den Kliniken in Hofgeismar und Wolfhagen zu intensivieren. So sei aus der Mitarbeiterschaft die Anregung zu einem Begegnungstreffen gekommen. Das sei nun für den Sommer geplant. Auch standortübergreifende Weiterbildungen würden organisiert.

In Zukunft muss viel in die Kliniken investiert werden

Wann und ob die Kliniken schwarze Zahlen schreiben würden, vermochten beide Männer nicht zu sagen. Das sei von vielen Faktoren abhängig. Die Personaluntergrenzenverordnung zum Beispiel schreibe den Kliniken vor, wie viel Personal vorzuhalten und wie es zu bezahlen sei. Auch müsse in den kommenden Jahren viel in die Kliniken investiert werden – in Wolfhagen vordringlich in den Brandschutz, in Hofgeismar in eine neue Klinik. „Wir wollen das betriebliche Defizit in einem Umfang halten, dass wir es gegenüber dem Steuerzahler vertreten können“, sagt Uick. Das bedeutet: Es müssen Einnahmen generiert werden, und die Aufwendungen müssen überschaubar bleiben. Diese Frage wird in dem medizinischen Konzept, das bis Ende 2021 erstellt wird, zu beantworten sein.

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