1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Silvestergäste schätzen „Ruhe“ auf dem Campingplatz in Wolfhagen

Erstellt:

Von: Paul Bröker

Kommentare

Käffchen und gut ist: Wilhelm Gubbels aus Isselburg/Nordrhein-Westfalen genießt die Stille auf dem Wohnmobilstellplatz in Wolfhagen.
Käffchen und gut ist: Wilhelm Gubbels aus Isselburg/Nordrhein-Westfalen genießt die Stille auf dem Wohnmobilstellplatz in Wolfhagen. © Paul Bröker

Der Wolfhager Stellplatz lockt auch zum Jahreswechsel Wohnmobilurlauber an. Unser HNA-Reporter hat die Wintercamper besucht.

Wolfhagen – Es hat bis in die Morgenstunden wie aus Eimern geschüttet. Am Wohnmobilstellplatz an den Bruchwiesen in Wolfhagen ist davon aber kaum etwas zu merken. „Es ist richtig trocken hier“, sagt Wilhelm Gubbels beeindruckt. Neben seinem stehen noch drei weitere Caravans auf dem Platz.

Der 59-Jährige aus Isselburg in Nordrhein-Westfalen, nah an der niederländischen Grenze, ist schon zum zweiten Mal mit seiner Frau hier. „Uns hat der Zufall hier hingebracht“, sagt er. „In Bad Königshofen haben die damals nichts auf die Reihe gekriegt und da haben wir uns umgesehen.“ In Wolfhagen.

Hier gebe es alles in der Nähe. Der Aldi-Markt etwa sei nur einen Gang über das Bächlein entfernt. Und: „Diese Ruhe!“ Wilhelm Gubbels kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. Zuhause werde an Silvester geböllert, was das Zeug hält. „Die Holländer drehen komplett durch“, sagt er.

Relaxen auf dem Campingplatz

Hier auf dem Platz dagegen kann er relaxen. „Beine hoch, Fernseher an.“ Hier bleibe Zeit, das zu tun, was im Alltag nicht möglich sei, wie der Metallarbeiter sagt. Strom gibt es für drei Euro pro Tag, die Standgebühr beträgt acht Euro. „Preiswert“, bekundet Wilhelm Gubbels.

Aus der Nähe des Platzhäuschens kommt eine 74-jährige Melsungerin vom Wasserhahn. Ihr gefalle es hier mittlerweile nicht mehr, was man ihr unschwer anmerkt. „Seit der Heinz Zapf nicht mehr Platzwart ist, geht es hier bergab“, sagt sie, die ihren Namen nicht nennen möchte.

„Wenn ich könnte, wäre ich woanders“, räuspert sie sich. Doch das sei nicht möglich. Selbst in Volkmarsen sei es gerammelt voll und in Büsum an der Nordsee oder Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal sei alles belegt. Wolfhagen also bloß als Reste-Essen? „Kann man so sagen.“

Bügeln zum Zeitvertreib

Dass auf der Stellfläche nicht gerade die Post abgeht, dem stimmt auch Heinrich Viering zu. Der 67-Jährige hat noch eine Wohnung in Wolfhagen – „für die Postanschrift“, wie er sagt. „Und zum Duschen, Wäschewaschen und -Trocknen.“ Seit 2019 steht er hier. In der Coronazeit sei er auch für ein paar Monate in Bad Füssing in Bayern gewesen, doch dann wieder nach Wolfhagen gekommen, wo auch seine Schwester wohne.

Bügeln gegen die Langeweile: Heinrich Viering verbringt Silvester aber beim Tanzen in Reinhardshausen.
Bügeln gegen die Langeweile: Heinrich Viering verbringt Silvester aber beim Tanzen in Reinhardshausen. © Bröker, Paul

Der frühere Musik- und Mathe-Lehrer tanzt in seiner Freizeit gerne. „An Silvester geht’s mit meiner Partnerin nach Reinhardshausen“, erzählt er erfreut. Denn ganz allein, gerade zur dunklen Jahreszeit, möchte er Silvester nicht auf dem Stellplatz verbringen – trotz aller Annehmlichkeiten.

Was gegen die Dunkelheit helfe? Er zeigt auf die bunte Lichtergirlande, die eine Außenseite des geräumigen Caravans ziert. Bis Silvester gelte es, sich zu beschäftigen. Zum Beispiel beim Bügeln in der bequemen Sitzecke, die sein Wohnmobil bietet.

Auch interessant

Kommentare