Sommerfest an der Pommernanlage

Fröhlich: Den ganzen Nachmittag wurde beim Sommerfest gesungen, was das Zeug hält. Die Flüchtlinge präsentierten, welche Musik bei ihnen zu Hause geliebt und gelebt wird. Das kam gut an. Foto:  Deutschländer

Gasterfeld. Das Wetter hätte besser sein können. Es regnet und stürmt an der Pommernanlage in Gasterfeld. Die Stimmung auf dem weitläufigen Gelände ist trotzdem bestens.

Ein Stimmengewirr, Musik, häufiges Lachen und der Duft verschiedener Spezialitäten tun ihr Übriges.

Der vergangene Samstag in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge: gemeinsam wird Sommerfest gefeiert, initiiert vom Landkreis und dem ökumenischen Arbeitskreis Flüchtlingsarbeit in der Region Wolfhagen.

Es geht um Integration, um das Überwinden von Grenzen. Die Gelegenheit, die Flüchtlinge kennen zu lernen, nutzen viele. Gegen Nachmittag rollen immer mehr Pkw an. Der von Susanne Selbert, Vizelandrätin im Kreis Kassel, ist schon da. Sie hat soeben Farida Sheikh Ismail Zada getroffen, die aus Syrien kommt. Sie lässt sich wie Selbert für die Aktion „Grenzen überwinden“ von Fotograf Stefan Wolf ablichten. Im Anschluss werden die Porträts von Selbert und Sheik Isamail Zada halbiert, verschmelzen im Bild zu einer „Person“.

Schon im April gab es diese Aktion, 150 Bilder sind entstanden (HNA berichtete). „Die Aktion ist genial“, sagt eine Besucherin. Den Fotografen freut das. Er sagt, dass es darum gehe, Flagge zu zeigen. „Auch Unbeteiligte sollen sehen, dass Flüchtlinge in Deutschland willkommen sind.“ So sehen es auch Clara (13 Jahre), Leandra (14), Amelie (13) und Lena (15). Sie sind Schülerinnen der Reformschule Kassel und haben eine Überraschung parat. Bei der Aktion „Helfende Hände“ haben sie Spenden gesammelt. Mal mit Selbstgebackenem, mal mit Musik in der Innenstadt. Mehr als 500 Euro sind so zusammen gekommen. „Wir haben sie gespendet, damit einige der Flüchtlinge mal einen Ausflug machen können, vielleicht in den Tierpark Sababurg“, erzählt Leandra. Vor Ort ist auch Klaus Albrecht, der einmal wöchentlich zum Malkurs mit Kindern und Frauen in der Pommernanlage vorbeikommt.

Doch Albrecht ist nicht der einzige, der sich ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagiert. „Auf unsere 40 Unterstützer bin ich stolz, sie machen gemeinsam mit der Hausleitung viel möglich“, sagt Selbert. (ld)

Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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