Sozialverband warnt: Altersarmut nimmt in Wolfhagen zu

Wolfhagen. Auf bis zu 20 Prozent wird die Armutsquote in der Generation der über 65-Jährigen bis 2030 ansteigen - davon geht der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen aus.

Zurzeit liege sie bei nur etwa zwölf Prozent. Auch in Wolfhagen ist die Altersarmut ein bekanntes Problem. „Jede Woche wenden sich Rentner an uns, die zu wenig Geld im Monat haben“, sagt Luise Hartmann, Vorsitzende des Wolfhager Kreisverbands des VdK.

Das Problem habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft: „In Wolfhagen ist die Altersarmut ganz enorm gestiegen“, sagt Hartmann. „Oft kommen ältere Menschen zu uns, die keine 600 Euro im Monat zur Verfügung haben. Wenn man davon noch die Miete bezahlen muss, bleibt nicht mehr viel übrig“, sagt Hartmann.

Sie erinnert sich an Fälle, in denen Rentner ihr Grundstück verkaufen und umziehen mussten. Gründe für die Armut im Alter sieht sie vor allem in Krankheiten und in der Selbstständigkeit: „Viele haben nicht genügend Geld eingezahlt. Und in der Rente reicht es dann oft nicht.“

Bedenken hat Luise Hartmann vor allem bei der Mobilität. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Ältere kein Auto mehr leisten können: „Hier im ländlichen Raum ist man darauf aber angewiesen. Da ja immer mehr Geschäfte schließen, kann man ohne Auto kaum noch einkaufen gehen.“

Der VdK Landesverband Hessen-Thüringen warnt davor, dass sich die zukünftige Rentnergeneration aufspaltet: In die Menschen, die wohlhabend und aktiv sind und die, die von der Armut betroffen sind. Bedroht von Altersarmut ist nach Einschätzung des VdK vor allem die Mittelschicht.

Nun fordert der Sozialverband, dass in den Gemeinden in Hessen weitere bezahlbare Wohnungen speziell für ältere Menschen geschaffen werden. Auch solle im Bund erreicht werden, dass das Rentenniveau nicht abgesenkt wird.

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