Am Anfang war die Musik

Sportverein Nothfelden blickt in diesem Jahr auf sein 75-jähriges Bestehen zurück

+
So fing alles an: Zu den Gründungsvätern des SV Nothfelden zählen die Musiker des Mandolinenclubs, die sich nach dem Krieg zusammenfanden und mit den Sportlern fusionierten. 

Der Verein hatte keine leichte Geschichte. Das große Jubiläum soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. 

Nothfelden – Der Sportverein (SV) Nothfelden wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Das Jubiläum wollten die Mitglieder mit den Ortsbewohnern und Gästen am Samstag, 23. Mai, im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus mit einem Festkommers feiern. 

Aufgrund der aktuellen Situation durch die Corona-Krise wurde dieser Termin aber abgesagt. Vorsitzender Herbert Zöller, seit 40 Jahren im Vorstand aktiv, davon die vergangenen 15 Jahre bis heute an der Spitze: „Wir werden die Jubiläumsfestivitäten im ganz großen Stil im kommenden Jahr nachholen.“

Genau genommen trieb man bereits in den 1920er-Jahren in dem heute zur Stadt Wolfhagen gehörenden Ort vereinsmäßig Sport. Es gab den Arbeiterturnverein sowie den Deutschen Turnverein, die aber während der Zeit des Nationalsozialismus aufgelöst wurden. Das gleiche Schicksal ereilte den 1927 gegründeten örtlichen Mandolinenclub.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Wunsch nach Verein auf

Doch schon kurze Zeit nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam der Wunsch auf, wieder sportliche und kulturelle Betätigungsmöglichkeiten zu schaffen. Den entscheidenden Impuls dafür gaben einige Nothfelder Jungen, die den bereits von 1927 bis 1933 als Leiter des Mandolinenklubs aktiven Martin Fischer baten, das Mandolinenspielen wieder aufleben zu lassen. Gleichzeitig wurde auch der Ruf nach regelmäßigen sportlichen Übungsmöglichkeiten immer lauter.

Am 25. November 1945 war es dann so weit, man hob den SV Nothfelden aus der Taufe. Um eine einheitliche Führung zu ermöglichen, schlossen sich auch die Musiker als Sparte dem neuen Verein an. 

Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Martin Fischer, der im Vorstandsgremium von Willi Ludwig als Schriftführer und August Grüning als Kassierer Unterstützung fand. Als erste Vereinsaktivität fand vier Wochen später am zweiten Weihnachtsfeiertag ein gut besuchtes Tanzvergnügen statt, bei dem die Besucher mangels Masse auf Bier verzichten mussten.

Der sportliche Schwerpunkt beim Turnen lag damals im Saal der Gastwirtschaft Fricke. Dort war auch der Übungsort der Mandolinenspieler.

Per Münzewerfen wurde die Auflösung des Vereins abgewendet

In den folgenden Jahren durchlebte der Verein schwierige Zeiten. Er bestand eigentlich nur noch auf dem Papier und stand 1959 vor seiner Auflösung. Doch durch einen legendären Losentscheid „Wappen oder Zahl“ mit einer Zehn-Pfennig-Münze wurde dieser Schritt abgewendet. Herbert Zöller im Rückblick: „Gott sei Dank fiel die Zahl.“

Mit der Aktivierung der Tischtennissparte, die noch heute das sportliche Aushängeschild ist, begann 1960 eine neue Ära. Zwölf Jahre später, am 18. April 1972, vergrößerte sich das sportliche Angebot, die Sparte Sportschützen wurde gegründet. Die Schützen bauten sich 1989 nach der Aufstockung des Dorfgemeinschaftshauses dort durch ehrenamtlichen Einsatz ein eigenes Domizil mit einem Luftgewehr- und Pistolenschießstand samt Klub- und Versammlungsraum. 

1987 gab es einen weiteren Mitgliederzuwachs, als die Sparte Damengymnastik gegründet wurde. Der SV Nothfelden setzt heute nicht nur sportliche Akzente im Ort, die Mitglieder bereichern mit vielfältigen Aktionen auch auf anderen Feldern das Dorf- und Gemeinschaftsleben im Wolfhager Stadtteil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.