Staatsschutz hat Aktionen im Blick

Wolfhagen: Stadt entfernt Sticker aus der „Querdenker“-Szene

Sven Gulau, Mitarbeiter der Stadt Wolfhagen, entfernt an Straßenleuchten in den Teichwiesen Propaganda-Sticker der Jungen Nationalisten (JN), einer Jugendorganisation der NPD.
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Sven Gulau, Mitarbeiter der Stadt Wolfhagen, entfernt an Straßenleuchten in den Teichwiesen Propaganda-Sticker der Jungen Nationalisten (JN), einer Jugendorganisation der NPD.

In Wolfhagen tauchen in letzter Zeit vermehrt Sticker aus dem rechtsradikalen Milieu und der „Querdenker“-Szene auf. Die Stadt geht dagegen vor.

Wolfhagen - Immer wieder tauchen die Aufkleber im Wolfhager Land auf: Es wird gegen Homosexuelle gehetzt, rechtes Gedankengut propagiert und die Parolen der Corona-Leugner verbreitet. Aktuell wurde das Ordnungsamt in Wolfhagen wieder auf eine Aktion Unbekannter in den Wolfhager Teichwiesen aufmerksam gemacht.

„Unser Außendienst hat inzwischen sämtliche Aufkleber dokumentiert und entfernt“, so Ordnungsamtschef Helmut Rupp. Er habe den Vorgang der Polizei in Wolfhagen weitergegeben. Laut Polizeisprecher Matthias Mänz sei die Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen informiert worden.

Wolfhagen: Aufkleber stammen von rechten Organisationen

Die Ermittler gingen davon aus, dass zumindest keine strafrechtlich relevanten Sachverhalte oder Aussagen darauf zu finden seien, so Mänz. Die Aufkleber stammten laut dem Staatsschutz von mehreren unterschiedlichen rechten Organisationen und aus dem „Querdenker“-Bereich. „Es handelt sich um ein Sammelsurium frei erhältlicher Aufkleber“, erklärt der Polizeisprecher. Unter anderem sei die Internetadresse „schuelersprecher.info“ angegeben worden. Dabei handele es sich um eine Kampagne der JN (Junge Nationalisten), der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD.

„Die in Wolfhagen festgestellten Aufkleber stellen zwar offensichtlich keine strafbaren Inhalte dar, dennoch bilden sie Aussagen rechtsextremistischer Organisationen ab. Die Polizei in Wolfhagen sowie die Kriminalinspektion Staatsschutz sind daher entsprechend sensibilisiert und haben alles Weitere aufmerksam im Blick“, so die Polizei.

Bereits in der Vergangenheit wurden rechtsradikale Botschaften in Wolfhagen entdeckt

In der jüngsten Vergangenheit sollen auch Aufkleber am Graner Berg bei Wolfhagen aufgetaucht sein. Vor drei Jahren hatten Unbekannte rechtsradikale und fremdenfeindliche Parolen auf Flugblättern und Aufklebern in der Wolfhager Walter-Lübcke-Schule hinterlassen. Die Schülervertretung drehte seinerzeit den Spieß um und überklebte die Sticker mit aufklärenden Worten.

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Das empfiehlt auch Michael Sasse von der Initiative Offen für Vielfalt: „Wenn Aufkleber kurzfristig nicht rückstandsfrei entfernt werden können, bieten wir sehr gern bunte und lebensfrohe Motive unserer Initiative zum Überkleben an. Für ein vielfältiges und demokratisches Stadtbild“. Sasse hat jetzt der Stadt Wolfhagen entsprechende Aufkleber zugeschickt. (Bea Ricken)

Corona-Impfgegner haben offenbar ein Foto des Postillons missverstanden. Das Satire-Magazin bediente sich dafür an einem Bild aus Kassel.

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