Abwasser wird teurer

Wolfhager Parlament beschließt höhere Abwasser-Gebühren ab 2021

In einem großen Becken umrandet von einer Steinmauer befindet sich Wasser.
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In die Jahre gekommen: Die Wolfhager Kläranlage mit Nachklärbecken (klar) und Belebungsbecken (braun).

Für die Entsorgung ihres häuslichen Schmutzwassers müssen die Bürger Wolfhagens ab Januar tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühr steigt um 45 Cent pro Kubikmeter.

Wolfhagen – Derzeit liegt der Betrag bei 3,28 Euro pro Kubikmeter verbrauchten Frischwassers. Mit dem neuen Jahr werden es für die gleiche Menge 3,73 Euro sein, und zwar für die Dauer von zwei Jahren.

Bei sechs Gegenstimmen verabschiedete das Wolfhager Parlament während seiner jüngsten Sitzung die Gebührenanpassung.

Die Stadt rechnet mit Investitionen von 5 Millionen Euro

Hauptgrund für die Teuerung sind Steigerungen bei den Personal- und Sachkosten. So wird die 30 Jahre alte Kläranlage zunehmend reparaturanfälliger. Aber auch der beabsichtigte Bau einer neuen Anlage spielt in die Berechnung mit rein.

Ein Teil der Investitionssumme könnte bereits innerhalb der kommenden beiden Jahre anfallen. Die Stadt geht für diesen Zeitraum von etwa fünf Millionen Euro aus. Diese Summe muss am Kapitalmarkt aufgenommen werden.

Die hierfür anfallenden Zinsen führen zu einem Anstieg der Schmutzwassergebühr, die nach Vorgaben des Gesetzgebers kostendeckend zu sein hat.

Bei der Kalkulation der Gebühr werden für die zurückliegenden beiden Jahre sämtliche Aufwendungen, in die Personalkosten ebenso einfließen wie Ausgaben für Instandhaltungen und Abschreibung, den Einnahmen gegenübergestellt.

Daraus ergab sich ein Überschuss von etwa 200 000 Euro. Dieser Betrag macht sich in der für die Jahre 2021 und 2022 geschätzten Kalkulation gebührensenkend bemerkbar.

Erforderliche Modernisierungen der Kläranlage kosten 10 Millionen Euro

Größter Kostentreiber bleibt die Investition in eine neue Kläranlage. Die alte Technik hat längst die Kapazitätsgrenze erreicht. Auch haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen dahingehend verschärft, dass zum Beispiel Klärschlamm nicht ohne Weiteres auf Feldern ausgebracht werden darf.

Auf die Entwicklung muss die Stadt reagieren. Um alle erforderlichen Modernisierungen vorzunehmen, müssten gut zehn Millionen Euro investiert werden.

In der Debatte um die Erhöhung der Schmutzwassergebühr gingen die Meinungen über die Bemessung des Wiederbeschaffungszeitwertes der neuen Kläranlage und die damit einhergehende Höhe der anzusetzenden Zinsen auseinander.

Ein Streit-Thema sind die Gebühren

So sprachen sich Jens Kühle vom Bündnis Wolfhager Bürger (BWB) und Christoph Lübcke (CDU) für einen geringeren Zinssatz aus. Lübcke: „Der Wiederbeschaffungszeitwert ist zu hoch angesetzt.“

Geringere Zinsen würden sich positiv auf die Gebühr auswirken, ein moderaterer Anstieg wäre die Folge, und „bei einem Zinssatz von drei Prozent könnte man Gebührenerhöhungen vielleicht umgehen“, so Kühle.

Manfred Schaub (SPD) hielt dagegen, dass der Zinssatz von fünf Prozent, wie er nun mehrheitlich verabschiedet wurde, die Liquidität erhalte. „Dafür ist die Gebührenerhöhung dann in zwei Jahren niedriger.“ Pro Jahr produziert eine vierköpfige Familie durchschnittlich 110 Kubikmeter Abwasser.

Geändert wurde auch der Gebührensatz für das Einleiten von Niederschlagswasser in die Kanalisation. Die Gebühr steigt ab 2021 von 0,93 Cent je Kubikmeter auf dann 0,96 Cent je Kubikmeter. (Antje Thon)

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