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Stadt Wolfhagen senkt Energieverbrauch – Regelungen gelten ab morgen

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Von: Antje Thon

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Heizen ist teuer.
Weil Energie teuer ist, wird die Temperatur gedrosselt © Ricken, Bea

Heizung wird auf 19 Grad gedrosselt.

Wolfhagen – In den Büros der Wolfhager Stadtverwaltung wird die Raumtemperatur während der bevorstehenden Heizsaison nicht oberhalb von 19 Grad Celsius liegen. Das hat jetzt Erster Stadtrat Karl-Heinz Löber angekündigt und auf den Magistrat verwiesen, der am Montag einen „Maßnahmenplan zur Energiemengenreduzierung“ verabschiedet hat. Die Regelungen treten am Donnerstag in Kraft.

Vor mehreren Wochen hatte die Stadt damit begonnen, beim Heizen mit Erdgas, Öl und Pellets nach Möglichkeiten der Einsparung in städtischen Gebäuden zu suchen. Zeitgleich hatte das Land Hessen Empfehlungen ausgegeben, und die Bundesregierung hatte erst in der vergangenen Woche eine Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Anders als zunächst vorgesehen „werden wir kein Gebäude schließen“, sagt Löber. Dieser Schritt war zumindest für die Stadthalle in Erwägung gezogen worden. Dennoch werde die Stadt in den mit Gas beheizten Liegenschaften – neben der Stadthalle sind dies das Rathaus, die Kita an der Landgrafenstraße und das Alte Rathaus – 19,8 Prozent des Jahresverbrauchs an Energie einsparen. Verglichen mit den Verbräuchen während der vorangegangenen Heizperioden (1. Oktober bis 30. April) könnten gar 23,8 Prozent gespart werden.

Ein schonenderer Umgang ist auch für lagerfähige Energieträger wie Erdöl/Pellets vorgesehen. Sämtliche Gemeinschaftshäuser, Kindertagesstätten, Feuerwehrgerätehäuser, Sportgebäude und Jugendräume sind davon betroffen. Dort prognostiziert Verwaltungsmitarbeiter Yannik Knauf eine jährliche Energieersparnis von 18 Prozent und während der Heizperiode einen um 24 Prozent reduzierten Verbrauch.

Doch was bedeutet der Maßnahmenkatalog der Stadt nun konkret? Wer leicht friert, sollte sich für die Büroarbeit im Rathaus künftig eine wärmende Strickjacke mitnehmen. Denn wenn die Temperatur von den gewohnten 22/23 Grad Celsius auf 19 Grad gedrosselt wird, werde das spürbar sein, sagen Löber und Knauf. In Fluren oder Teeküchen, in denen sich nicht dauerhaft Personen aufhalten, wird die Heizung gar abgedreht oder höchstens der Frostschutz aktiviert. Das Wasser fürs Händewaschen bleibt kalt.

Für Kitas gelten 20 Grad Celsius Raumtemperatur. Erzieherinnen hätten ihm rückgemeldet, dass sie mit diesem Wert beim vielen Lüften während der Pandemie bereits Erfahrungen gesammelt hätten und akzeptabel sei, sagt Löber. Ausnahmen gibt es in Krippen, für Wickelräume und sanitäre Bereiche. Auch im Alten Rathaus, das die Stadt an einen Hotelier und Gastronomen verpachtet hat, werden künftig 20 Grad Celsius das Maß aller Dinge sein.

In den kommenden Tagen werden in den kommunalen Gebäuden sämtliche Heizungen und Thermostate kontrolliert. Da sich die Temperatur zumindest an den alten Anlagen nicht zentral regeln lässt, werden die Mitarbeiter geschult. Und, so Yannik Knauf, stichprobenartig würden die Raumtemperaturen auch überprüft.

Mit der Einsparung von Gas, Öl und Pellets reagiere die Kommune nicht nur auf die Energiekrise. Ein weiterer positiver Effekt stelle sich beim Verbrauch von Kohlendioxid ein, sagt der Erste Stadtrat. 50,6 Tonnen seien es pro Jahr beim Erdgas, 40 Tonnen bei den lagerfähigen Energieträgern.

Mit der Umsetzung der Rechtsverordnung sei man in Wolfhagen im Vergleich zu anderen Kommunen nicht nur früh dran. „Wir gehen auch über den vorgeschriebenen Zeitraum hinaus“, so Löber. Während die Regelung des Bundes für die Zeit vom 1. September bis zum 28. Februar greift, enthält der Beschluss des Magistrats kein Ablaufdatum. Wenn es gut funktioniere, sei es durchaus denkbar, die Maßnahmen zur Energieeinsparung länger laufen zu lassen. (Antje Thon)

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