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Stadt Wolfhagen verschickt neue Pachtverträge an Landwirte und Nutzer

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Von: Antje Thon

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Landwirte sind bei der Feldarbeit auch auf kommunales Land angewiesen: Die Stadt Wolfhagen überarbeitet derzeit ihre Pachtverträge mit Landwirten. Künftig werden die Nutzer mehr fürs Land zahlen müssen. Archi
Landwirte sind bei der Feldarbeit auch auf kommunales Land angewiesen: Die Stadt Wolfhagen überarbeitet derzeit ihre Pachtverträge mit Landwirten. Künftig werden die Nutzer mehr fürs Land zahlen müssen. Archi © Norbert Müller

Anfang vergangenen Jahres hatte die Stadt Wolfhagen um die 300 Pachtverträge mit Landwirten und anderen Nutzern kommunaler Flächen gekündigt.

Wolfhagen – Etwa 15 erste, überarbeitete Verträge werden nun an Pächter verschickt. Das kündigte Rathausmitarbeiter Yannik Knauf an, der sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Verpachtungen beschäftigt hat. „Bis zum Jahresende sollten auch alle anderen draußen sein.“

Grund für die Kündigung zum 31. Dezember 2022 war zum einen das hohe Alter der Verträge, aber auch ein Pachtzins, der deutlich unter dem im Landkreis Kassel üblichen Niveau lag. In nicht wenigen Haushalten waren die Pachtverträge im Stillen an die nachfolgende Generation übergegangen. Auch sei es zu Unterverpachtungen gekommen, sagt Knauf. Diese bedürften künftig einer Genehmigung, das sei im neuen Vertragswerk geregelt. Die Pachtverträge, die die Kommune zusammen mit Landwirten und Vertretern des Kreisbauernverbandes überarbeitet hat, haben eine Laufzeit von zwei Jahren, sie verlängern sich automatisch.

Ein verbessertes Flächenmanagement war ein weiterer Grund für die Kündigung der alten Verträge. Die Flächen mit einer Gesamtgröße von 81 Hektar wurden und werden im Hinblick auf ihre Eignung als Ackerland, extensives Grünland und als Ausgleichsfläche für Bauvorhaben geprüft.

Nach der Neuordnung unterscheidet die Kommune künftig drei Vertragsarten. So wird es an die 40 Pflegeverträge geben. Bei ihnen handelt es sich um eine Vereinbarung mit Landwirten, die Naturschutzflächen zumeist durch Beweidung mit Rindern, Schafen oder Ziegen pflegen und so zum Erhalt von Naturschutzgebieten beitragen.

Daneben wird es Nutzungsverträge geben. Sie werden am ehesten über sehr kleine Flächen abgeschlossen, die für die Stadt aufgrund ihrer Lage und Größe nicht interessant sind. Die Kommune spart sich die Pflege, der Vertragspartner kann die Fläche nutzen, muss sich aber auch kümmern.

Und schließlich werden Pachtvereinbarungen erstellt, die eine landwirtschaftliche Nutzung regeln. Die 15 Verträge, die demnächst das Rathaus verlassen, fallen in diese Kategorie. Bei ihnen ändere sich laut Knauf nichts in der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung.

Noch gibt es nicht für alle Flächen eine Reglung. Das hänge damit zusammen, dass die Stadt privaten Eigentümern von Grundstücken, die für den Naturschutz interessant sind, Tauschangebote unterbreiten möchte, sagt Stephan Schmidt, der sich bei der Kommune um alle Fragen des Naturschutzes kümmert. Und sollte es dann tatsächlich zu einem Tausch kommen, müsse der Magistrat das Geschäft noch absegnen.

Dieses Vorgehen bedeutet aber auch, dass es zu Verzögerungen beim Abschluss der neuen Pachtverträge kommen kann, die über den 31. Dezember dieses Jahres hinausgehen. Das, so Schmidt, soll aber nicht mit Nachteilen für die Flächennutzer verbunden sein, zur Not würden Übergangslösungen greifen. „Wir lassen keinen hängen.“ Die Größenordnung der tauschbaren Grundstücke bewegt sich bei 25 Hektar. Wie viele Parzellen tatsächlich den Besitzer wechseln, ist derzeit noch offen. (Antje Thon)

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