Die Stadtwerke Wolfhagen planen für das Frühjahr 2019 eine Anhebung ihrer Tarife

Pläne für Strompreiserhöhung

+
Die Stadtwerke Wolfhagen planen eine Anhebung der Tarife.

Wolfhager Land. Kunden der Stadtwerke Wolfhagen müssen sich ab Frühjahr tendenziell auf höhere Strompreise einstellen. Das kündigt Stadtwerke-Sprecher Matthias Boos an. Er betonte, dass dies die erste Tarifsteigerung seit dem Jahr 2013 sei.

Allerdings stünden die Preise für 2019 noch nicht fest. Sechs Wochen, bevor die neuen Tarife gelten, müssen die Stadtwerke die Preisanpassung ihren Kunden mitteilen. Bislang seien die Netzentgelte der jeweiligen Strombetreiber vorläufig, sagt Boos. In Wolfhagen und Habichtswald sind die Stadtwerke Wolfhagen der Netzbetreiber, in Breuna ist es die Energie-Waldeck-Frankenberg und in Bad Emstal, Zierenberg und Naumburg die Energienetz Mitte.

Drei Komponenten

Grundsätzlich setzt sich der Strompreis aus drei Komponenten zusammen:

• Da sind zunächst die regulierten Netzentgelte (etwa 25 Prozent). Mit ihnen werden die Kosten, die den Netzbetreibern für die Netzinfrastruktur entstehen, an die Endkunden weitergegeben. Wird in den Ausbau eines Stromnetzes investiert, werden etwa Fotovoltaik-Anlagen angeschlossen oder müssen Reparaturen vorgenommen werden, beeinflusst dies die Netzentgelte.

• Den größten Anteil am Strompreis machen mit etwa 54 Prozent Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Diese unterliegen einer staatlichen Regulierung. Hierein fallen die Umlagen für Erneuerbare Energien, die Offshore-Netzumlage, Konzessionsabgaben, Stromsteuer und unter anderem die Mehrwertsteuer.

• Und schließlich entstehen Kosten für Strombeschaffung, Vertrieb, Service und Dienstleistungen – sie sind der Anteil, der in einer Größenordnung von etwa 21 Prozent vom Stromlieferanten beeinflussbar ist. Grundsätzlich zeige werde aber deutlich, dass die Stadtwerke als Stromlieferant kaum Spielraum zur Einflussnahme haben, sagt Boos.

Zwei Tarife

Aktuell bieten die Stadtwerke ihren insgesamt etwa 12 000 Stromkunden zwei Tarife an, in beiden gilt ein monatlicher Grundpreis von 6,15 Euro. In Wolfhagen und Habichtswald kostet der „Wohlfühlstrom Öko“ 26 Cent pro Kilowattstunde (kWh), für den „Wohlfühlstrom Ökofix“ fallen 25,17 Cent/kWh an. Im Netzgebiet der Energienetz Mitte (Bad Emstal, Naumburg, Zierenberg) gelten aufgrund anderer Netzentgelte auch andere Preise – dort gibt es einen höheren Grundpreis, aber niedriger Arbeitspreise.

Auf die Tarifgestaltung sind verschiedene Faktoren relevant. So seien in den vergangenen Jahren die Preise an den Energiebörsen gestiegen. Zahlten Unternehmen für das Lieferjahr 2017 etwa 33,51 Euro für eine Megawattstunde, waren es für das Lieferjahr 2019 über 50 Euro. „Die Beschaffungskosten sind für die Versorger deutlich gestiegen“, so Boos. Daneben werden auch die Netzentgelte erhöht. Dies zumindest hat die Energienetz Mitte GmbH angekündigt, durch deren Netze auch die Stadtwerke Strom leiten.

Bei der Preisgestaltung strebten die Stadtwerke keine Gewinnmaximierung an, sagt Matthias Boos. Der Strompreis werde von den Stadtwerken so gestaltet, dass sie nichts darauflegen müssten und ein gewisser Betrag hängen bleibe. Neben den Interessen der Kunden und Verbraucher müssen die Interessen der Gesellschafter berücksichtigt werden. Das sind die Stadt Wolfhagen und die Bürgerenergiegenossenschaft. Der Anteil der Stadt am Unternehmensergebnis der Stadtwerke fließt in den Haushalt und kommt so den Bürgern zugute. Die Bürgerenergiegenossenschaft schüttet eine Dividende an ihre Mitglieder aus und investiert in Energieeffizienzmaßnahmen.

Erdgas wird ab Januar 2019 teurer

Im Gegensatz zum Strom stehen die Preise fürs Erdgas bereits fest. Zum Januar 2019 wird die Kilowattstunde (kWh) 5,39 Cent kosten. Das sind 0,4 Cent mehr als derzeit. Die Stadtwerke Wolfhagen hatten bereits zwei Mal den Preis für ihr „Wohlfühlgas“ gesenkt. Steigende Netzentgelte, vor allem aber Preissteigerungen an den Rohstoffmärkten würden den Anbieter aber zwingen, den Erdgaspreis zu erhöhen, sagt Stadtwerke-Sprecher Matthias Boos. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet die Anpassung Mehrkosten in Höhe von 6,83 Euro im Monat. Dieses Beispiel gilt für Haushalte mit einem Verbrauch von 20 000 kWh Erdgas im Jahr im Tarif „Wohlfühlgas“ im Netzgebiet der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Trotz Erhöhung seien das immer noch 60 Euro weniger als 2014. (ant)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.