Stadtwerke Wolfhagen und EWF senken Gaspreis, EAM und Städtische Werke nicht

Gesunkene Einkaufspreise: Energieversorger können derzeit günstig Erdgas kaufen. Eine Studie fand nun heraus, dass die Preissenkungen meist jedoch nicht an die Kunden weitergegeben werden. Foto:  dpa

Wolfhager Land. Die Einkaufspreise für Gas sinken, doch Versorger geben dies nicht an ihre Kunden weiter: Diesen Vorwurf, vor kurzem in einer Studie formuliert, wollen die heimischen Energieversorger so nicht stehen lassen.

„Wir geben die niedrigen Preise weiter", sagt Matthias Boos, Sprecher des Wolfhager Energieversorgers. Und: Was die Studie verschweigt, sei die langfristige Beschaffung, sagt Heinz Garthe, Vertrieb von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF).

Steigen die Preise, gebe man das an die Kunden weiter, aber umgekehrt genauso, sagt Boos. Es stimme, dass die Preise für Erdgas derzeit niedrig seien. „Aber die Versorger planen langfristiger.“ Für Jahre im Voraus werde Erdgas eingekauft. Das sei sicherer und preisstabiler. „Ich halte es für möglich, dass die Studie diese langfristige Beschaffungsstrategie nicht ausreichend berücksichtigt und deshalb zu teils unrealistischen Preissenkungspotenzialen kommt“, sagt Boos.

Preise stabil halten

Außerdem würden die Beschaffungskosten nur rund die Hälfte des Erdgas-Preises ausmachen. „Der Rest sind Steuern, Abgaben und Netzentgelte.“ Dennoch ist in diesem Jahr eine Preissenkung geplant: Ab 1. März kostet das sogenannte Wohlfühlgas dann 0,4 Cent weniger und damit 5,28 Cent pro Kilowattstunde. Auch einen neuen Tarif soll es geben: Wohlfühlgas Fix 2017. Damit lassen sich, so die Stadtwerke, 0,3 Cent pro Kilowattstunde sparen, und das „gesichert bis 31. Dezember 2017“. Der Grundpreis bleibt in beiden Erdgas-Tarifen unverändert bei zehn Euro monatlich. Einen weiteren Preisnachlass werde es dann in diesem Jahr wohl nicht mehr geben.

Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), die auch im Wolfhager Land Haushalte versorgt, zieht wahrscheinlich im Sommer nach, sagt Heinz Garthe. Vor der nächsten Heizperiode wolle man runter gehen mit den Preisen. Dann könnte der durchschnittliche Kunde rund 150 Euro im Jahr einsparen.

Dass die Preise jetzt noch nicht sinken, hänge mit der langfristigen Beschaffung zusammen. Das Erdgas, das heute verkauft werde, wurde bereits vor Jahren eingekauft. „Wir beschaffen das langfristig, um die Preise stabil zu halten“, sagt er. EWF halte, so sagt ein Sprecher, den Erdgas-Preis seit 2011 stabil. Weder eine Erhöhung noch eine Senkung des Preises habe es in dieser Zeit gegeben.

Städtische Werke Kassel und EAM hatten bereits angekündigt, die günstigen Erdgas-Preise nicht an ihre Kunden weitergeben zu wollen.

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