Stadtwerke Wolfhagen suchen Testhaushalte für intelligentes Energiesystem

Wolfhagen. Wäsche waschen, wenn die Sonne scheint und spülen, wenn Wind weht: Die Stadtwerke Wolfhagen wollen Haushaltsgeräte so steuern, dass sie nur dann in Betrieb gehen, wenn viel Strom produziert wird.

Um das auszuprobieren, sucht der Energieversorger jetzt für ein Forschungsprojekt 35 Testhaushalte.

Ziel des bis April 2017 angelegten Projektes ist es, ein intelligentes Energiesystem zu testen, mit dem sich Haushaltsgeräte automatisch an die Wolfhager Wind- und Solarkraftbedingungen anpassen. Gleichzeitig testen die Stadtwerke ein Stromtarif-Modell, in dem sich mehrmals am Tag der Strompreis ändert - je nachdem, wie die Bedingungen auf dem Rödeser Berg und im Solarpark sind.

„Die Haushalte können so schon heute für den Alltag in der Energiezukunft üben“, sagt Projektleiter Markus Huntzinger. Denn wer wie die Stadtwerke auf erneuerbare Energien setze, müsse sich mit schwankender Stromerzeugung arrangieren.

In die Testhaushalte werden Anfang 2016 spezielle Stromzähler, Haushaltsgeräte und ein Optimierungsrechner installiert, der die Geräte steuert. Das alles kostet die Probanden nichts, denn das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt. Wie hoch die Fördersumme ist, wollten die Stadtwerke nicht verraten. Auf HNA-Anfrage erklärte das Ministerium, sie belaufe sich auf 418 000 Euro.

Die automatische Steuerung der Haushaltsgeräte basiert auf 24-Stunden-Prognosen der Wolfhager Stromproduktion. Davon hängt auch das zeitvariable Tarifmodell ab: „Produzieren Sonne und Wind so viel Strom, dass Überschüsse zu erwarten sind, ist der Preis niedrig“, so Huntzinger. Bei hohem Verbrauch und geringer Erzeugung koste der Strom hingegen mehr.

„Wir erhoffen uns durch das Projekt Einsparpotenziale für die Verbraucher“, sagt der Projektleiter.

Rubriklistenbild: © dpa

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