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Startschuss für neue Grundschule mit Sporthalle und Mensa in Wolfhagen

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Von: Antje Thon

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Schulansicht von der Kreuzung Friedrichstraße/Liemecke. Links das Gebäude mit Mensa und Nachmittagsbetreuung, rechts die Klassenräume. Zeichnung: DBO Architekten
Schulansicht von der Kreuzung Friedrichstraße/Liemecke. Links das Gebäude mit Mensa und Nachmittagsbetreuung, rechts die Klassenräume. © Zeichnung: DBO Architekten

Nach den langen Überlegungen im Vorfeld wird es nun konkret: Die Arbeiten an der neuen Grundschule in Wolfhagen an der Liemecke haben begonnen.

Wolfhagen. Vizelandrätin Silke Engler besuchte jetzt die seit vielen Jahren verwaiste Herwig-Blankertz-Schule, an der demnächst Teile weggerissen werden, um neuen Elementen Platz zu machen, und an der andere Bereiche saniert werden.

Die Pläne, eine Grundschule auf dem Gelände der ehemaligen Berufsschule zu errichten, stammen aus dem Jahr 2018. „Deshalb bin ich glücklich, dass nach der langen Zeit der Planung und der Anpassung an die Pläne an den Wunsch der Schule im „Pakt für den Nachmittag“ jetzt die konkreten Bauarbeiten beginnen können“, sagt Engler. Die neue Grundschule Wolfhagen ist ein Großprojekt, dessen Kosten auf rund 13 Millionen Euro veranschlagt sind. Mit dieser Summe stellt es für dieses Jahr das größte Schulbauvorhaben im Landkreis Kassel dar. Das Vorhaben in Niederkaufungen sei ähnlich groß, aber stecke noch in der Phase der Planung.

Für die Sanierungs- und Umbauarbeiten erhält der Landkreis Fördermittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm II des Bundes in Höhe von 6,9 Millionen Euro. „Wir bauen die Bestandsgebäude für eine moderne Grundschule um, für den Ganztagsbereich gibt es eine Mensa, und wir errichten noch eine Einfeld-Sporthalle“, kündigt Engler an. Außerdem werden der Schulhof und die Außenanlagen neu gestaltet.

Zum Start der zweijährigen Bauphase werden die Gebäude entkernt und Schadstoffe beseitigt. Ab Mitte Februar wird der Abriss der ehemaligen Werkstätten und des ehemaligen Hausmeisterhauses beginnen. Anfang Mai soll es mit den Rohbauarbeiten weitergehen. „Wenn alles wie geplant verläuft, ist die neue Schule Ende 2024 fertig, und die Schulgemeinde kann danach an ihren neuen Standort umziehen“, so Engler.

Am neuen Standort werden die 330 Schüler der Grundschule mehr Platz haben als an der Kurfürstenstraße. Ihnen stehen 30 Prozent mehr Fläche zur Verfügung. Auch über die ab 2025 nicht mehr genutzten Grundschulgebäude am alten Standort macht sich der Landkreis bereits Gedanken. „Hier sind wir zurzeit in Gesprächen, und ich bin zuversichtlich, dass wir hier eine gute Lösung finden werden“, so Engler abschließend.

Man könnte meinen, die Architekten würden selbst gerne noch mal die neue Wolfhager Grundschule besuchen, wenn sie denn in zwei Jahren fertig ist. Frank Ohlmann, Mitglied der DBO Architektengemeinschaft Kassel/Kaufungen, der gestern das anspruchsvolle Bauvorhaben vorstellte, war ganz begeistert von den vielen Besonderheiten, die auf die Schüler nach ihrem Umzug an die Liemecke warten werden.

Nach dem Abriss der Kfz-Werkstätten wird an der Friedrichstraße eine Mensa mit Terrasse errichtet. Im selben Gebäude wird ein offener und großzügig bemessener Raum für die Ganztagsbetreuung der Kinder entstehen. Ebenfalls neu gebaut wird eine Einfeld-Turnhalle, die grenzt mit einer Glasfront an die eigentliche Schule an, sodass Kinder, die gerade keinen Sportunterricht haben, trotzdem die Aktivitäten in der Halle verfolgen können.

Zwei Fahrstühle sorgen dafür, dass nahezu der gesamte Komplex barrierefrei erreichbar sein wird. Lediglich ein kleiner Teil der Klassenräume zum Dewesweg hin wäre vorerst für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar. „Dort wäre der Fahrstuhl aber innerhalb von sechs Wochen nachrüstbar“, sagt Ohlmann.

Das Konzept des freien Zugangs zu Bildung, das sich in transparenten Räumen widerspiegelt, zieht sich durch die gesamte Schule. Wo es sinnvoll und möglich ist, werde es Glasfronten geben, in der Bibliothek, in den Klassenräumen, so der Architekt. Zwei Klassenräumen wird jeweils ein Differenzierungsraum zugeordnet, eine gestalterische und pädagogische Variante, die der Schulträger bei Sanierungen und Neubauten seiner Schulen zuletzt immer wieder den Vorzug gab. Dazu gehört auch, dass Lerninseln angeboten werden, die sich für die Kleingruppenarbeit der Grundschüler anbieten. „Die Zeit des Frontalunterrichts ist vorbei“, sagt Vizelandrätin Silke Engler.

Bei der Gestaltung und Aufteilung der Räume haben Schule und Architekten zusammengearbeitet. „Mir ist wichtig, dass wir uns bei der Planung ausreichend Zeit lassen, um möglichst alle Rahmenbedingungen so einfließen zu lassen, dass die Schule auch zehn Jahre nach der Fertigstellung noch allen pädagogischen Anforderungen gerecht wird“, so Engler weiter.
Bei der Freiflächengestaltung haben die Architekten an die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schülern gedacht. So ist der Sport- und Spielbereich getrennt von einem Bereich, in dem die Mädchen und Jungen Ruhe finden können. Dort wird es auch zwei Freiluftklassenräume geben, also Orte, an denen unter freiem Himmel unterrichtet wird. Beide Areale sind über eine Art Foyer miteinander verbunden. An der Schule werden 116 Fahrradabstellanlagen entstehen, weitere Dächer werden mit Fotovoltaik ausgestattet und die Beheizung der Gebäude erfolgt klimafreundlich über Pellets. (Antje Thon)

Erst wird entrümpelt, ab Mitte Februar wird abgerissen: Vizelandrätin Silke Engler (links), Architekt Frank Ohlmann und SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher freuen sich über den Arbeitsbeginn für die neue Wolfhager Grundschule. Die Projektkosten von 13 Millionen Euro teilen sich der Landkreis und der Bund.
Erst wird entrümpelt, ab Mitte Februar wird abgerissen: Vizelandrätin Silke Engler (links), Architekt Frank Ohlmann und SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher freuen sich über den Arbeitsbeginn für die neue Wolfhager Grundschule. Die Projektkosten von 13 Millionen Euro teilen sich der Landkreis und der Bund. © Antje Thon

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