Gefährliche Stauden unter Kontrolle

Riesenbärenklau: Stadt Wolfhagen reagiert auf Vorwurf der Untätigkeit

Herkulesstauden im Wolfhager Stadtwald: Die Pflanzen, die einen Saft absondern, der in Verbindung mit Sonne zu schmerzenden Verbrennungen auf der Haut führen kann, sind dort mehrere Meter hoch.
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Herkulesstauden im Wolfhager Stadtwald: Die Pflanzen, die einen Saft absondern, der in Verbindung mit Sonne zu schmerzenden Verbrennungen auf der Haut führen kann, sind dort mehrere Meter hoch.

Den Vorwurf der Untätigkeit bei der Bekämpfung der gefährlichen Herkulesstaude auf dem Gebiet der Stadt Wolfhagen hat Stephan Schmidt zurückgewiesen. Er ist im Rathaus zuständig für Naturschutzfragen.

Wolfhagen - Der Wolfhager Werner Hertel hatte Stadt und Hessen Forst kritisiert, nichts gegen die Ausbreitung des Riesenbärenklaus, wie die Pflanze ebenfalls bezeichnet wird, zu unternehmen (wir berichteten). Seine Kritik machte er fest an einem riesigen Vorkommen in einer ehemaligen Sandgrube im Stadtwald. Bei der Stadt sei die Situation in der stillgelegten Sandgrube bekannt. Man lasse die Stauden dort seit vielen Jahren wachsen, räumt Schmidt ein. Allerdings geschehe das nicht, weil man Gefallen an den Pflanzen gefunden habe, sondern aus ganz pragmatischen Gründen. Und die hätten ganz viel mit den personellen Ressourcen zu tun. Es fehle schlichtweg das Personal, um alle Aufgaben und Ansprüche, die an die Stadt gestellt würden, erfüllen zu können. Also orientiere man sich an einer Prioritätenliste. „Das ist ein Kompromiss“, sagt Schmidt.

Die Stadt habe alle ihr bekannten Herkulesstaudenvorkommen im Blick und unter Kontrolle. Im Frühjahr rückten die Mitarbeiter den hartnäckigen Doldenblütlern zuleibe. Noch bevor die Pflanzen flugfähige Samen bilden, würden sie tief in der Erde abgestochen. So habe man die Herkulesstaude im Pfaffental bei Istha und am Graner Berg ausmerzen können. Im Pfaffental habe eine Rinderherde dabei geholfen, die unliebsame Staude einzudämmen. Weitere Flächen existierten bei Niederelsungen und Nothfelden, auch dort sei man dran.

Das von Werner Hertel beschriebene und kritisierte Vorkommen im Stadtwald ist besonders groß. Die Stauden sind dort einige Meter hoch. Mit Hessen Forst habe man sich darauf geeinigt, die Freifläche nach und nach wieder in Wald umzuwandeln. Spätestens, wenn sich Birken, Kiefern und Weiden ausgebreitet hätten und den Boden beschatten würden, werde der Riesenbärenklau, bei dem es sich um eine Lichtart handelt, verschwinden, sagt Schmidt. Dieses Vorgehen sei an der ehemaligen Sandgrube auch deshalb vertretbar, weil sich die Fläche nicht an einem ausgewiesenen Wanderweg befindet. Der Weg endet in einer Sackgasse. Mit einem hohen Aufkommen an Besuchern sei dort also nicht zu rechnen.

Info: Wer weitere Standorte auf dem Gebiet der Stadt Wolfhagen kennt, an denen Herkulesstauden wachsen, kann dies im Rathaus melden. Stephan Schmidt, 05692/602530, E-Mail: stephan.schmidt@wolfhagen.de

Von Antje Thon

Stephan Schmidt

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