Stadt will Reste der historischen Befestigungsanlage sanieren

Steine bröckeln aus der Stadtmauer in Wolfhagen

Steine haben sich aus der Stadtmauer gelöst: Else Gerhardt und ihr Neffe René Werner betrachten vom Weg aus die Reste des historischen Befestigungsanlage Wolfhagens. Oberhalb der Mauer befindet sich Else Gerhardts Grundstück.
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Steine haben sich aus der Stadtmauer gelöst: Else Gerhardt und ihr Neffe René Werner betrachten vom Weg aus die Reste des historischen Befestigungsanlage Wolfhagens. Oberhalb der Mauer befindet sich Else Gerhardts Grundstück.

Anwohner befürchten das die Stadtmauer in Wolfhagen einstürzen könnte, weil sich Steine lösen.

Nur noch an sehr wenigen Stellen blitzen Reste der historischen Mauer in Wolfhagens Stadtbild hervor. Einer dieser raren Standorte befindet sich ein paar Schritte entfernt vom Chattenturm, dem letzten Überbleibsel von einst elf Wehrtürmen, versteckt hinter einer kleinen Holztür. Diese Mauer, aus der sich in den vergangenen Jahren immer wieder Steine gelöst haben, grenzt an das Grundstück von Else Gerhardt und hat der 83-Jährigen in den vergangenen Jahren viel Kopfzerbrechen und Ärger bereitet.

Gerhardt, die das Haus und einen schmalen Streifen Garten von ihrer Mutter geerbt hat, macht sich Sorgen um den Zustand der aus Sandsteinen aufgeschichteten Mauer, die aus ihrer Sicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Wolfhagen fällt, auch wenn sie einräumt, dass die Besitzverhältnisse in den Unterlagen nicht eindeutig geklärt seien.

Schon vor vielen Jahren habe sie die Kommune auf die schlummernde Gefahr aufmerksam gemacht. „Was passiert, wenn die Mauer einstürzt?“ Unterhalb des etwa 20 Meter langen Steinriegels, der an einigen Stellen bereits von vertikalen Rissen durchzogen ist, befindet sich ein öffentlicher Weg, der zwar als Sackgasse endet und nur von sehr wenigen Menschen betreten wird. An diesen Weg jedoch grenzen unterhalb ein paar Gärten an, die auch bewirtschaftet werden.

„Schon allein aus Sicherheitsgründen müsste die Stadt aktiv werden“, sagt Gerhardt, die in Niederelsungen lebt, aber regelmäßig das elterliche Wohnhaus in Wolfhagen besucht. In ihrem Garten, direkt hinter der Mauer, fühlt sich die alte Frau schon lange nicht mehr sicher.

Lars Eskuche, Leiter der Abteilung Umwelt und Tiefbau im Wolfhager Rathaus, hörte von der HNA das erste Mal von dem Problem. Mitarbeiter der Stadt, die zuvor mit dem Thema befasst waren, seien nicht mehr im Rathaus tätig und da der letzte Schriftverkehr zwischen Rathaus und der heute 83-Jährigen schon einige Jahre zurückliege, habe niemand die Mauer auf dem Schirm gehabt. Eskuche hat für Else Gerhardt aber eine gute Nachricht: „Wir werden die Mauer in den kommenden Wochen instandsetzen.“ Seine Recherchen hätten ergeben, dass die alte Befestigungsanlage vor einigen Jahren vermessen wurde. Das Ergebnis jedoch sei nicht eindeutig, es werde nicht klar ersichtlich, wer der Eigentümer dieser Mauer sei. Dass die Stadt nun doch aktiv werde, habe zwei Gründe: zum einen handele es sich bei dem Bauwerk um Reste der Wolfhager Stadtmauer. Zum anderen sei auch der sicherheitsrelevante Aspekt für das Eingreifen entscheidend. Und offenbar, das sagt auch Else Gerhardt, habe die Stadt bereits in der Vergangenheit Reparaturen vorgenommen – zuletzt im Vorfeld des Hessentages, der 1992 in Wolfhagen gefeiert worden war. (Antje Thon)

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