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Störchin überwintert wegen des milden Winters im Wolfhager Land

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Von: Bea Ricken

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Einsam auf dem Horst: Die Wenigenhasunger Störchin überwintert im Wolfhager Land.
Einsam auf dem Horst: Die Wenigenhasunger Störchin überwintert im Wolfhager Land. © Petra Barthel/nh

Der Klimawandel sorgt dafür, dass viele Zugvögel nicht mehr gen Süden fliegen. Die Störchin bleibt bereits den dritten Winter in Wenigenhasungen.

Wenigenhasungen – Tierfreunde aus dem Wolfhager Land machen sich Sorgen: Die Störchin aus Wenigenhasungen, die in dem kleinen Naturschutzareal seit einigen Jahren ihre Jungen aufzieht, sitzt mitten im Winter einsam auf dem eingeschneiten Horst. Der Partner ist längst gen Süden gezogen.

„Die Störchin hat mit dem Überwintern in der Region schon Erfahrung“, beruhigt Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der die Naturschutzgebiete betreut. Sie verbringe bereits den dritten Winter hier. „Solange sie genug Futter findet, wird sie wohl bleiben“, meint Schmidt. Erst wenn es über einen langen Zeitraum eine geschlossene Schneedecke gebe, werde sie weiterziehen. Allerdings vermutlich nicht nach Spanien, wo andere Störche aus dem Wolfhager Land den Winter verbringen, sondern nur soweit, bis sie wieder Futter findet.

Flug nach Süden ist für Vögel riskant und anstrengend

Der Klimawandel mit seinen milden Wintern sorgt dafür, das immer mehr Störche und andere Zugvögel den weiten und riskanten Weg nach Süden nicht mehr antreten. Der Zug ist für die Tiere sehr anstrengend.

Die Störchin ist außerdem schlau: Wer als Erstes aus dem Süden zurückkehrt, bekommt die schönsten Nester und hat die besten Bedingungen, um seine Jungen großzuziehen. Dieses Verhalten sollen sich die einzelnen Tiere sogar voneinander abschauen und es ihren Jungtieren weitergeben.

Und was das Thema Einsamkeit angeht, ist Schmidt pragmatisch: „Vielleicht genießt sie die Beziehungspause.“

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