Aufklärungsquote der Polizei Wolfhagen mit 60 Prozent an Spitze 

Straftaten im Wolfhager Land gesunken

Einbruch in die eigenen vier Wände: Davor haben die Menschen am meisten Angst. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist aber in den meisten Städten und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar zurückgegangenen.

Wolfhager Land. 222 Straften weniger wurden im Jahr 2015 im Wolfhager Land begangen. Das ist ein Rückgang um 16 Prozent. Anders als in der Stadt Kassel ist die Zahl der Straftaten im gesamten Landkreis deutlich zurückgegangen.

Der Wolfhager Polizeichef Volker Pieper ist zufrieden. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es hier mit 7276 Fällen zehn Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote liegt bei 55,9 Prozent. Das ist der bislang höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Die Polizeistation Wolfhagen liegt mit einer Aufklärungsquote von 60 Prozent an der Spitze von Stadt und Landkreises Kassel.

Die Leitung der Wolfhager Polizeistation: Erster Polizeihauptkommissar Volker Pieper (links) ist Dienststellenleiter, Hauptkommissar Volker Tschepe ist sein neuer Stellvertreter. Foto:  Wüllner

Den Erfolg beim Rückgang der Einbruchsdelikte und den Festnahmen macht Pieper auch an der noch aufmerksameren Bevölkerung fest. „Wir spüren das hohe Vertrauen zur Polizei und können dadurch zeitnah eingreifen“, sagte Pieper. Und er lobt den Einsatz der Beamten der Wolfhager Polizeistation. Die Mannschaft sei „außerordentlich homogen und engagiert“, würde sich mit Land und Leuten identifizieren und Bürgernähe zeigen. Einen guten Kontakt pflege die Polizei auch zu den Flüchtlingsbetreuern in der Pommernanlage in Gasterfeld. „Aber Straftätern zeigen wir auch klar die Grenzen auf“, sagte Pieper. Wichtig sei eine hohe Präsenzdichte der Polizei. Trotzdem mache auch der demographische Wandel nicht Stopp vor der Polizei. Der Altersdurchschnitt liege bei 47 Jahren, erklärte Pieper. Dennoch sei die „Mannschaft“ in Wolfhagen auch bei hoher Belastung extrem verlässlich. Denn zum Dienst in Wolfhagen gehörten auch viele Einsätze in Kassel, aber beispielsweise auch in Calden bei der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Kriminalitätszahlen fürs Wolfhager Land

Im Folgenden bieten wir einen Überblick über die Kriminalitätszahlen für 2015 in allen sechs Städten und Gemeinden des Wolfhager Landes. Für jede Kommune zeigen wir positive und negative Entwicklungen. Die ausführlichen Daten gibt es im Internet. Bei all diesen Zahlen und Trends ist zu berücksichtigen, dass sie lediglich Auskunft über die bekannten Straftaten geben. Eine Aussage über die Dunkelziffer kann nicht getroffen werden. Die Entwicklung wird auch beeinflusst vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung und der Kontrolldichte durch die Polizei.

Wolfhagen: Weniger Straftaten

In Wolfhagen liegt die Aufklärungsquote der Straftaten bei 63.3 Prozent. Das ist eine Verbesserung der Quote um 3,3 Prozent zum Vorjahr. Erhöht hat sich allerdings die Zahl der Diebstähle (erschwerte Umstände) von 88 auf 108. Wohnungseinbrüche lagen bei 19, wie schon im Vorjahr. Die Diebstähle aus Autos sind zurückgegangen. Dort wurden nur noch 18 gezählt, im Vorjahr waren es 21. Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung haben sich mehr als halbiert. Waren es im Jahr 2014 noch 16 Delikte, so liegen sie im Jahr 2015 nur noch bei 7. Auch die einfach en Diebstähle sind von 174 auf 139 zurück gegangen. Rauschgiftdelikte sind ebenfalls gesunken: Von 26 auf 11.

Zierenberg: Positiver Trend

In Zierenberg sind die Straftaten von 292 auf 233 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote liegt bei 62,7 Prozent und hat sich um 2,1 Prozent verbessert. Angestiegen sind Vermögens- und Fälschungsdelikte in Zierenberg von 72 auf 81. Auch Delikte gegen die sexuellle Selbstbestimmung sind von null auf zwei gestiegen. Die Zahlen der Diebstähle (einfach und erschwerte Umstände) sowie Vermögens-, Fälschungs- und Rauschgiftdelikte sind allesamt zurückgegangen. Besonders Sachbeschädigungen sind von 42 auf 19 gepurzelt.

Habichtswald: Diebstähle gestiegen

In Habichstwald sind die Diebstähle von 12 auf 23 gestiegen. Davon wurden sechs Ladendiebstähle begangen. Das sind vier mehr als im Jahr 2014. Angestiegen sind zudem Vermögens- und Fläschungsdelikte von 21 auf 24. Bei sonstigen Delikten nach dem Strafgesetzbuch ist ein Rückgang von 29 auf 17 zu verzeichnen. Rückläufig sind Sachbeschädigungen (von 23 auf zehn). Die Rauschgiftdelikte sind gleichbleibend bei zehn. Insgesamt leigen die Straftaten bei 111, im Vorjahr waren es 116. Die Aufklärungsquote ist von 49,1 auf 59,5 Prozent gestiegen.

Naumburg: Mehr Straftaten

In Naumburg sind die Straftaten insgesamt von 122 auf 146 gestiegen. Dabei schlagen die Roheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 32 zu Buche (Vorjahr 20). Beim Diebstahl ist die Zahl von 15 auf 23 und beim Diebstahl (erschwerte Umstände) von 16 auf 28 gestiegen. Davon sind acht Wohnungseinbrüche registriert (bisher fünf). Gestiegen sind auch Vermögens- und Fälschungsdelikte von 22 auf 33. Die Aufklärungsquote ist von 59,8 auf 61 Prozent gestiegen. Die Rauschgiftdelikte sind in Naumburg von fünf auf zwei gesunken. Auch Sachbeschädigungen sind extrem zurückgegangen: von 27 auf sieben.

Breuna: Mehr Einbrüche

In Breuna ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von zwei auf vier gestiegen und Diebstahl aus dem Auto von drei auf sieben. Dennoch sind insgesamt Diebstähle (erschwerte Umstände) von 16 auf 13 gesunken. Die Straftaten in Breuna sind insgesamt von 100 auf 67 zurückgegangen. Allerdings auch die Aufklärungsquote von 61 auf 53, 7 Prozent. Das hängt aber auch mit der Nähe zur Autobahn zusammen. Täter, die in Breuna straffällig geworden sind, tauchen unter Umständen in anderen Statistiken auf, erklärte der Wolfhager Polizeichef Volker Pieper. Gesunken ist in Breuna auch die Zahl der Rauschgiftdelikte von fünf auf drei.

Bad Emstal: Überall Rückgang

In Bad Emstal sind die Straften insgesamt von 209 auf 154 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote stieg von 52,6 auf 58,4 Prozent. Das ist eine Verbesserung von 5,8 Prozent. Rauschgiftdelikte sind in Bad Emstal von fünf auf null gefallen. Der einfache Diebstahl ist von 50 auf 37 gesunken, der erschwerte Diebstal von 23 auf 19. Dabei ist die Zahl beim Diebstahl aus Wohnungen erfreulicher Weise ebenfalls gesunken: von neun auf vier. Sachbeschädigungen sind von 47 auf 15 gefallen, Rauschanzeigen lagen keine vor. Im Vorjahr waren es noch fünf. Bei den Straftaten insgesamt ist im Jahr 2015 der niedrigste Wert seit 2011 (207).

Statistik ist in acht Gruppen aufgeteilt

Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist in acht Straftaten-Obergruppen aufgeteilt. Neben den Delikten „gegen das Leben“ (Mord, Totschlag etc.) umfasst sie „Rohheitsdelikte“ (zum Beispiel Raub, Körperverletzung), den „einfachen Diebstahl“ (zum Beispiel Ladendiebstahl), den „Diebstahl unter erschwerten Umständen“ (Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte, Autoaufbrüche und ähnliches), die „Vermögens- und Fälschungsdelikte“ (Betrug, Urkundenfälschung und so weiter) sowie die „sonstigen Delikte nach dem Strafgesetzbuch (Sachbeschädigung) und die Verstöße gegen „strafrechtliche Nebengesetze“ (zum Beispiel Rauschgiftdelikte).

Zu der Straftatenobergruppe der „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zählen Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen, der sexuelle Missbrauch von Kindern, exhibitionistische Handlungen und das sogenannte Ausnutzen sexueller Neigungen. Darunter versteht man Straftaten aus den Deliktsfeldern Zuhälterei, Verbreitung pornografischer Schriften, den Menschenhandel und die Prostitution im Sperrbezirk.

Kriminalitätszahlen für 2015 im Wolfhager Land

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