Silka nimmt ab Samstag Äpfel und Birnen entgegen

Apfelsaft frisch aus der Region: Streuobstannahme im Landkreis Kassel beginnt

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Leserfoto: Eine Streuobstwiese in der Nähe von Wolfhagen

Die Haupterntezeit der Äpfel beginnt. Pünktlich dazu eröffnet die Streuobstinitiative im Landkreis Kassel ab dem 7. September ihre Annahmestellen. Wer Streuobst abgeben will, muss einiges beachten. 

Wer nicht weiß, wohin mit überschüssigen Äpfeln und Birnen, hat die Möglichkeit, diese abzugeben und dafür im Gegenzug Apfelsaft und andere Produkte zu stark vergünstigten Konditionen zu erwerben. Im Kreisteil Hofgeismar nehmen der Hof Schaub in Burguffeln und die Baunataler Diakonie in Hofgeismar die Früchte entgegen. Die in Deutschland gängigsten Sorten können ab August bis in den Oktober hinein geerntet werden. 

Wer Obst zu einer Annahmestelle bringt, sollte unbedingt darauf achten, dafür eine geeignete Verpackung für den Transport zu wählen. Darauf weist Dierk Schwedes vom Landkreis Kassel hin: „Das Obst sollte in offenen Behältnissen oder Jutesäcken angeliefert werden. In geschlossenen Plastiksäcken kann die Feuchtigkeit nicht entweichen und das Obst beginnt schneller zu faulen und zu schimmeln“. 

Auch in etlichen Supermärkten, Reformhäusern und Bioläden in Stadt und Landkreis gibt es Produkte der Silka zu kaufen. „Wir verkaufen den Saft ausschließlich in Mehrwegflaschen oder Kartons (Bag-in-Box)“, betont Schwedes. Eine Kelterei im Landkreis Kassel verarbeitet das Obst dann. Sollte es Überschüsse geben, werden die wieder investiert: „Aktuell haben wir eine neue Saftpresse angeschafft, mit der wir Kindern zeigen möchten, wie die Herstellung von Apfelsaft funktioniert.“ 

Hof Schaub in Burguffeln wird neue Annahmestelle

Wie viele Tonnen in diesem Jahr abgegeben werden, kann Schwedes noch nicht abschätzen. Das hänge vor allem von der Ernte ab, zu der es aber schon erste Prognosen gebe: „Im Wolfhager Land wird die Ernte wegen Spätfrost und Hagel vermutlich nicht so gut ausfallen. Im Bereich Hofgeismar sieht es aber für dieses Jahr ganz gut aus“. Der Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien geht für Hessen von guten Erträgen aus und betont, dass die Qualität der Früchte durch die vielen Sonnenstunden in diesem Jahr sehr hoch sein wird.

Geschäftig wird es auf dem Hof von Jennifer Schaub ab Mitte September zugehen. Dann nämlich eröffnet sie hier eine neue Abgabestelle für Streuobst der Silka (Streuobstinitiative im Landkreis Kassel).

Noch sind allerdings einige kleinere Umbauarbeiten notwendig. Die große Eisenplatte der Waage, die im Innenhof aufgebaut wird, steht schon bereit. Bald wird auch ein großes beschriftetes Bettlaken am großen Tor ihres Hofs auf die Annahmestelle hinweisen.

Die Burguffelerin übernimmt die Streuobstannahme von Friedhelm Bangert, der seit dem Jahr 1997, ein Jahr nach Gründung der Initiative, das Streuobst aus der Umgebung angenommen hat und nun die Aufgabe aus Altersgründen weitergegeben hat.

Kein Müllkompost oder Klärschlamm zur Düngung 

„Das Obst, das angeliefert wird, muss den Richtlinien des Nabu entsprechen“, betont Dierk Schwedes, der beim Landkreis für die Streuobstinitiative zuständig ist. Das bedeute beispielsweise, dass keine Dünge- oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und man zur Düngung keinen Müllkompost oder Klärschlamm verwenden darf. Damit niemand gegen diese Richtlinien verstößt, kontrolliert Silka stichprobenartig die Obstwiesen.

Vom Nabu zertifiziert: Die Produkte, die an der Abgabestelle erhältlich sind, tragen das Siegel des Naturschutzbundes. Das steht für einen pestizid- und düngemittelfreien Anbau von Obst. Dierk Schwedes vom Landkreis Kassel und Jennifer Schaub, deren Hof künftig ebenfalls Obst annnimmt, freuen sich auf den Start.

Auch Menschen ohne eigene Obstbäume können Äpfel einsammeln und abgeben. „Das ist je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich geregelt“, so Schwedes weiter. In Grebenstein ist es nach Auskunft der Stadtverwaltung so, dass ein Pflückschein bei der Stadtverwaltung erworben werden muss. Der kostet zwei Euro und berechtigt zum Pflücken von Streuobst auf städtischem Gelände. In Hofgeismar findet jährlich eine Versteigerung statt.

Für den Hof der Schaubs ist die Obstannahmestelle eine gute Ergänzung zum bisherigen Angebot. Hier gibt es nämlich bereits selbst gemachte Marmeladen und andere Produkte vom Hof zu kaufen.

Auch ein Hofcafé ist in Planung

Auf lange Sicht möchte Jennifer Schaub gerne auch ein Hofcafé eröffnen: „Burguffeln liegt direkt an einer beliebten Fahrradroute, da bietet sich das natürlich an“, meint sie. Vielleicht lässt sich die Abgabe von Streuobst also bald auch mit dem Genuss eines Stück Kuchens und einer Tasse Kaffee verbinden. Derzeit veranstalten die Schaubs regelmäßig Feste, bei denen Besucher den Hof kennenlernen können. Zu diesem Anlass schlachten sie selbst und verkaufen Produkte vom Hof.

Die Obstannahmestellen im Kreis öffnen am 7. September, bei Schaub geht es eine Woche später los. Abgabe in Burguffeln ist jeweils freitags und samstags von 17 bis 19 Uhr. Die Zeiten unterscheiden sich je nach Annahmestelle und sollten direkt erfragt werden.

Informationen: silka-saft.de

Hintergrund: Streuobstwiesen sind wertvoller Lebensraum

Mit bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten sind die heimischen Streuobstwiesen einer der artenreichsten Lebensräume und wichtig für die biologische Vielfalt. Je älter eine Streuobstwiese ist, desto wertvoller ist sie auch aus ökologischer Sicht, weil sich der Anteil an Tot- und Altholz erhöht. Insbesondere für Vögel und Wirbellose bieten die Bäume Lebens- und Rückzugsraum. Daher empfiehlt der NABU, dass auch Totholz so lange wie möglich im Bestand bleiben sollte.

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