Auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaumschlagen als Familienevent: Gerd Bechtel mit Marcus, Noah und Deborah (von links). Für ihren Traumbaum zahlen sie letztlich 20 Euro. Fotos:  Hoffmann

Wolfhagen. Einer der schönsten Weihnachtsbäume dürfte ab Mittwoch im Wohnzimmer von Uwe Nord stehen. Besonders hübsch gewachsen ist sie, die gut zwei Meter hohe Nordmanntanne. 

Uwe Nord

Der Förster im Gasterfelder Holz hat sie schon vor dem Besucheransturm geschlagen. „Mir war das Risiko einfach zu groß, dass nichts mehr übrig bleibt“, sagt er, während sich beim Weihnachtsbaumschlagen am Samstag schon früh am Morgen zahlreiche Wolfhager auf der Suche nach ihrem Wunschbaum im kleinen Waldstück an der einstigen Pommernkasserne tummeln.

Der kleine Noah beobachtet das Treiben zwischen den rund 1000 Bäumen mit großen Augen. Gemeinsam mit Opa Gerd Bechtel, Mama Deborah und Papa Marcus ist der Einjährige zum ersten Mal dabei und kann noch nicht recht nachvollziehen, was hier vor sich geht. Während sich der Papa dezent zurückhält, begutachten Mama und Opa die Bäume ganz genau, schließlich soll das Fest für den Nachwuchs ein ganz besonderes werden, und dazu gehört nun mal auch ein ganz besonderer Baum.

Der Förster empfielt Blaufichte 

Eine Blaufichte empfiehlt Förster Nord: „Die pikst mehr, da gehen die Kleinen nicht so gern dran.“ Deborah Bechtel hätte sich auch ohne den Rat des Fachmanns für eine Blaufichte entschieden, die Nordmanntannen nämlich sind ihr „irgendwie zu schick“. Sie mag es eben traditionell, wie auch Vater Gerd, der schon seit mehreren Jahren die frisch geschlagenen Bäume denen aus dem Supermarkt vorzieht. „Unterm selbst geschlagenen Baum singt es sich einfach viel schöner“, sagt er und streift durchs satte Grün, immer auf der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum für die gute Stube. „Er sollte nicht zu dicht gewachsen sein, damit wir ihn auch noch gut mit Kerzen bestücken können“, sagt der Pfarrer, der noch ganz traditionell auf echte Kerzen am Baum setzt.

Das Schlagen im Wald ist für ihn ein besonderes Familienevent, aber auch der ökologische Aspekt ist ihm wichtig: „Hier weiß ich, dass die Bäume nicht unter problematischen Bedingungen geschlagen und quer durch Europa transportiert wurden.“ Dafür hat er nun die Qual der Wahl, zu viele der rund 120 schlagfähigen Exemplare gefallen ihm. Tochter Deborah trifft schließlich die Entscheidung, eine prächtig gewachsene Blaufichte soll es sein. Bechtel setzt die mitgebrachte Säge an, die sich mühevoll durch den dicken Stamm kämpft. Ein kurzes Knacken, schon rauscht sie gen Boden, wird in einem Netz transportfähig verpackt, um im Auto die Reise nach Hause anzutreten.

Von Sascha Hoffmann

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