Neustart bei der Kindertagespflege

Tagesmütter können ab Montag wieder alle ihre Kinder betreuen

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Die Jüngsten dürfen nach der Corona-Pause ab Montag wieder zu ihren Tagesmüttern: Rund 140 Kindertagespflegestellen im Landkreis Kassel nehmen die Arbeit auf.

Wochenlang konnten auch Tagesmütter im Wolfhager Land nur ein paar ihrer Schützlinge betreuen - die, die eine Notbetreuung brauchten. Am Montag kann der normale Betrieb wieder starten.

Wolfhager Land – Neustart für die Tagesmütter nach der Corona-Pause: Am Montag nehmen rund 140 Kindertagespflegestellen im Landkreis Kassel wieder ihre Arbeit auf. Nach Auskunft des Kreises werden damit rund 450 Kinder betreut, deren Eltern keinen Anspruch auf Notbetreuung hatten. 

Für die selbstständig arbeitenden Kindertagespflegepersonen im Landkreis endet damit eine Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit.

Mit dem Neustart sind jedoch einige neue Regeln zu beachten. So ist täglich eine Selbsterklärung der Eltern abzugeben, aus der hervorgeht, dass die eigenen Kinder keinen Kontakt zu mit dem Coronavirus infizierten Personen haben. 

Ein entsprechender Vordruck kann auf der Internetseite des Landkreises heruntergeladen werden. Die Kindertagespflegepersonen wiederum führen ein Kontaktprotokoll für jedes Kind.

„Wir empfehlen aus pädagogischer Sicht einen behutsamen Start, im Sinne der bekannten Eingewöhnungsmodelle“, betont Ralph Kleppe vom Fachbereich Jugend des Landkreises Kassel. 

Ferner sollten Bring- und Abholzeiten so abgesprochen werden, dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit gebracht werden. Dabei sollte möglichst ein und dieselbe Person das Kind bringen und abholen. Auch bei den Tagesmüttern gelten die die bekannten Hygieneregeln. Die Tagespflegestellen haben dafür ein individuelles Konzept erarbeitet.

Tagesmütter gelten bisher nicht als systemrelevant

Tagesmutter Andrea Gerhold aus Balhorn betreute in den vergangenen Wochen trotz der Krise einige Kinder in der Notbetreuung. Jetzt freut sie sich auf Montag, wenn ihre Gruppe wieder komplett ist. Insgesamt sieben Kinder im Alter zwischen elf Monaten und drei Jahren betreut sie, maximal fünf sind gleichzeitig da.

Das Wochenende wird sie nutzen, um Listen vorzubereiten, um zu protokollieren, wer die Kinder bringt und abholt. Anders als im Kindergarten, wo oftmals ältere Kinder betreut werden, könnten Einjährige nach acht Wochen in Isolation nicht am Tor abgegeben werden, so Gerhold.

Das bestätigt auch Svenja Salzmann, Tagesmutter in Wolfhagen. Einige Kinder wird sie am Montag nach elf Wochen zum ersten Mal wiedersehen. „Da können wir nicht von null auf hundert gehen“, sagt Salzmann. 

Tagesmütter gelten im Gegensatz zu Erziehern nicht als systemrelevant, was in manchen Fällen zu Problemen führen kann, sagt Anne Fuchs-Hanske, Tagesmutter-Vermittlerin vom DRK. Etwa wenn die Tagesmütter selbst ältere Kinder haben, die in den vergangenen Wochen nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen konnten.

Gerholds fünfjährige Tochter konnte nicht in ihre Kita, wurde also von ihrer Mutter mit den anderen betreuten Kinder zuhause notbetreut. Das ging aber nur, weil sie keine Räume für ihre Betreuung angemietet habe, sodass Kinder aus ihrem eigenen Haushalt mitbetreut werden dürfen, erklärt Gerhold.

Bis auch die größeren Kinder in die Kindergärten zurückkehren dürfen, wird es noch etwas dauern. Seit neun Wochen sind die Kitas in Hessen auf die Notbetreuung heruntergefahren.

Kinderbetreuung: Jetzt gibt es ein einheitliches Vorgehen in Hessen

Nun hat sich die Hessische Landesregierung mit den Spitzen des Hessischen Landkreistags, des Hessischen Städtetags und des Hessischen Städte- und Gemeindebundes auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt: Damit ist ab dem 2. Juni überall eine eingeschränkte Regelbetreuung möglich. Eltern, die bestimmte Kriterien erfüllen (Härtefallregelung), dürfen ihre Kinder wieder in die Kita bringen.

Darüber entscheiden Jugendamt und Kommune. Ebenso dürfen ab dem 25. Mai Kinder mit Behinderung wieder in die Kita.

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