Einrichtung von Istha nach Wolfhagen verlegt

Testzentren im Wolfhager Land sind stark gefragt

Mehr Platz nach Umzug: Seit Samstag wird nicht mehr im Isthaer Dorfgemeinschaftshaus, sondern in der Wolfhager Stadthalle (
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Mehr Platz nach Umzug: Seit Samstag wird nicht mehr im Isthaer Dorfgemeinschaftshaus, sondern in der Wolfhager Stadthalle (Foto) getestet.

Seit Samstag sind Corona-Schnelltests in der Wolfhager Stadthalle möglich.

Wolfhager Land - Die Corona-Testzentren in der Region erleben einen regelrechten Ansturm, insbesondere, seit die Bundes-Notbremse für verschiedene Anlässe vom Friseurbesuch bis zur Fußpflege einen tagesaktuellen Test vorschreibt. Im Landkreis Kassel wurden laut Landkreis-Website Stand 29. April 87 727 Bürger-Schnelltests durchgeführt, davon hatten 299 ein positives Testergebnis.

„Die Zahl der Testungen hat sich in den letzten beiden Wochen stetig erhöht“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn und kündigt für heute Gespräche mit den für die Testzentren verantwortlichen Hilfsorganisationen an, wie auf den erhöhten Andrang reagiert werden könnte. Für das Wolfhager Land ist der DRK-Kreisverband Kassel-Wolfhagen verantwortlich, der außerdem Testzentren in der Kasseler Innenstadt, in Niestetal, Schauenburg und Vellmar betreibt. „Die Zahl der Testungen hat sich von März auf April verdoppelt“, berichtet Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch, der die Region aber dennoch gut abgedeckt sieht, „spätestens seit neben Wolfhagen nun noch Naumburg und Habichtswald mit temporären Teststationen hinzugekommen sind“. Neueste Teststation an zwei Tagen pro Woche ist die Mehrzweckhalle im Habichtswalder Ortsteil Dörnberg, die laut Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer (SPD) überaus gut angenommen wird: „Allein an den ersten beiden Öffnungstagen sind 306 Menschen getestet worden.“

Auf vielfachen Wunsch: Seit Samstag sind Corona-Schnelltests in der Wolfhager Stadthalle möglich. Am Samstag herrschte bereits reger Betrieb.

Zahlen, von denen Zierenbergs Bürgermeister Rüdiger Germeroth bislang nur träumen kann, ein eigenes Testzentrum hat das Warmestädtchen nämlich nicht und das trotz wachsenden Unmuts seitens der Bürger. Nach Gesprächen mit Landkreis und DRK gibt es nun aber begründete Hoffnung, dass sich das bald ändern könnte. „Das DRK ist grundsätzlich bereit, die Möglichkeiten für ein weiteres Testzentrum in Zierenberg auszuloten“, freut sich Germeroth und plant, sich noch in dieser Woche mit DRK-Kreisgeschäftsführer Gerhold-Toepsch zu treffen.

In Bad Emstal wird währenddessen ohne Beteiligung des DRK getestet. Hier hat Anne Kassat Anfang April aus eigenen Stücken in den Räumen der „Alten Post“ ein Testzentrum eingerichtet und berichtet ebenfalls von einem massiven Anstieg der täglichen Tests. „Waren es anfangs an die 70 pro Tag, sind es jetzt schon rund 120“, so die Apothekerin.

Wartezeiten gibt es immer wieder

Lange Warteschlangen gibt es immer mal, das will auch DRK-Kreisgeschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch nicht abstreiten, der die Auslastung der durch ihn betreuten Corona-Testzentren in Stadt und Landkreis Kassel genau im Blick hat. Verdoppelt hätte sich die Zahl der Testungen von März auf April, da seien Wartezeiten kaum zu verhindern.

„Unsere Testzentren haben alle eine gewisse Kapazität, die definiert sich nicht über die Anzahl der testenden Mitarbeiter, sondern über die Größe der Räumlichkeiten, wobei es um die Aerosolbelastung geht“, reagiert er auf Beschwerden, die sich zuletzt rund um das Testangebot im Isthaer Dorfgemeinschaftshaus gehäuft hatten. Auch wenn die DRK-Mitarbeiter seit Samstag nicht mehr in Istha, sondern auf vielfachen Wunsch seitens der Bevölkerung nun in Wolfhagen direkt testen und in der Stadthalle über mehr Platz verfügen, wird es laut Gerhold-Toepsch in Spitzen weiterhin zu Wartezeiten kommen.

Registrierte die Besucher in der Wolfhager Stadthalle: Paula Uthoff.

Überrascht sein muss davon niemand, denn schon am Eingang wird darauf hingewiesen: „Aufgrund der temporären, nicht immer vorhersehbaren starken Frequentierung des Testzentrums kann es leider zu Wartezeiten kommen“, heißt es da auf einem großen Schild, das mit dem Hinweis auf Vorgaben des Robert-Koch-Instituts um Verständnis wirbt: „Innerhalb des Testzentrums dürfen sich immer nur 40 Personen gleichzeitig aufhalten.“

Die sind am ersten Öffnungstag schon früh da, und doch fühlt man sich zu keiner Zeit unwohl in den großzügig gestalteten Wartebereichen des Saals. Weniger beengt als in Istha, nimmt man hier Platz, bis man zum Schnelltest in einen von zwei Testbereichen gerufen wird. Auf das Ergebnis wird im Anschluss in einem separaten Bereich gewartet, auch außerhalb der Halle bieten sich hierzu reichlich Möglichkeiten.

Das Problem eines allzu beengten Wartebereichs in ihrem Testzentrum in Bad Emstal hat Anne Kassat gleich von Anfang an ausgeschlossen. „Wer bei uns getestet wird, wartet an der frischen Luft auf sein Ergebnis“, so die Apothekerin, die etwas zur Bekämpfung der Pandemie beitragen wollte und Anfang April spontan mit ihrem Test- angebot an den Start gegangen ist. Aktuell sei sogar eine digitale Übermittlung der Testergebnisse in Vorbereitung, womit Wartezeiten vor Ort gänzlich vermieden werden könnten.

Hat seit Anfang April rund 2500 Menschen getestet: Apothekerin Anne Kassat (rechts). In ihrem Bad Emstaler Testzentrum setzt sie sowohl bei Schnell- als auch PCR-Tests auf Abstriche im hinteren Nasenbereich.

Anders als in den Testzentren des DRK, endet Kassats Angebot nicht bei der Übergabe des Schnelltest-Ergebnisses. „Wir bieten seit gut einer Woche auch den PCR-Test an, der für jeden mit positivem Schnelltest verpflichtend ist.“ Vorteil sei, dass man für die Testung dann nicht erst zum Arzt müsse, sondern so vor Quarantäneantritt direkt alles erledigen könne. Das Angebot gelte derzeit allerdings ausschließlich für in ihrem Testzentrum positiv Getestete und sei dann wie der Schnelltest kostenlos. „Wer etwa für Reisen oder Vorstellungsgespräche einen PCR-Test benötigt, kann diesen bei uns als Privatleistung nach Terminvereinbarung ebenfalls erhalten, in dem Fall berechnen wir 75 Euro“, sagt Kassat, die mit ihrem Team mittlerweile gut 2500 Menschen getestet hat und wie DRK-Chef Holger Gerhold-Toepsch um Verständnis bittet, dass es bei der hohen Testbereitschaft immer auch mal zu langen Warteschlangen kommen könne. (Sascha Hoffmann)

Seit Samstag in der Stadthalle

Das Testzentrum für Wolfhagen ist seit Samstag nicht mehr im Isthaer Dorfgemeinschaftshaus, sondern in der Wolfhager Stadthalle zu finden. Weitere Stationen für kostenlose Schnelltests im Wolfhager Land gibt es aktuell im Naumburger Haus des Gastes, in der Dörnberger Mehrzweckhalle und in Bad Emstal in der ehemaligen Post. Öffnungszeiten und weitere Infos zu allen Testangeboten unter www.landkreiskassel.de/aktuelles/coronavirus/corona-testzentren.php.

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