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The Hooters begeisterten 1400 Fans beim Open Air

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Von: Sascha Hoffmann

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Die Hooters-Chefs Eric Bazilian (von links) und Rob Hyman mit Bandkumpel und Gitarrist John Lilley in Niederelsungen.
Lieferten neben den eigenen auch Hits von Don Henley („The Boys of Summer“) und The Beatles („Lucy in the Sky with Diamonds“) bis hin zu Johann Sebastian Bach („Sonata no. 1 in G minor“): die Hooters-Chefs Eric Bazilian (von links) und Rob Hyman mit Bandkumpel und Gitarrist John Lilley. © Sascha Hoffmann

Die Hooters haben am Donnerstagabend ein ganz besonderes Konzert auf dem Sportplatz in Niederelsungen gegeben.

Niederelsungen – Und plötzlich tanzen die Massen im Sommerregen: Glückselig und betört von einer guten Portion Achtziger-Sound, den auf dem Niederelsunger Sportplatz keine Geringeren liefern als The Hooters. Es sind die unverkennbaren Flötenklänge des legendären „Johnny B“, die auch die letzten Tanzmuffel von ihren Sitzen reißt. Gut anderthalb Stunden haben Publikum und die amerikanischen Superstars am Donnerstagabend da schon hinter sich, tauschen Schweiß- gegen Regennässe und strecken ihre vor Freude strahlenden Gesichter gen erfrischendes Nass. Jeder der 1400 Besucher hat längst begriffen, dass er Teil eines legendären Konzerts sein darf.

Jede Note, jedes Wort, jedes Gefühl wird aufgesaugt, alle kennen die Songs der Hitlieferanten aus Philadelphia, die nach vier Jahrzehnten Bandgeschichte immerhin noch zur Hälfte in Originalbesetzung durch den Abend rockt. Von Müdigkeit ist bei Keyboarder Rob Hyman, dem Gitarre spielenden Sänger Eric Bazilian und ihren Bandkumpels wahrlich nichts zu spüren, ganz im Gegenteil.

Gleich zu Beginn haben sie mit „I’m Alive“ und launigem Mitsing-Oh-ho-ho klargemacht, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören, was das für den Abend taktgebende „Hanging on a Heartbeat“ groovend untermauert.

Die riesige Discokugel, unter der sich die sympathischen Weltstars mit bewundernswerter Lässigkeit austoben, wirkt dabei fast schon hypnotisierend und katapultiert einen zurück in die Achtziger, als die Hooters als Hitmaschine über Jahre hinweg an ihren Greatest Hits feilten, die als Sammlung mit ihrem legendären Stars-and-Stripes-Cover in nahezu keiner Plattensammlung fehlen dürfen. „500 Miles“, „Satellite“ oder „All you Zombies“ – kaum ein Song, zu dem die Fans nicht textsicher und stimmgewaltig auf Baziliens richtungweisenden Melodicawellen mitsurfen, kaum eine Melodie, die nicht jeder schon mal gehört und im eigenen Soundtrack des Lebens abgespeichert hätte.

Gemeinsam geht es hier auf sentimentale Erinnerungsreisen, zu denen die einen Luftgitarre spielend durch den Abend gleiten, während sich andere glücklich in den Armen liegen und sich vom wohlig-vertrauten Sound verzaubern lassen. Dazu gehören auch Titel, die zumindest nicht eingefleischten Hooters-Fans wohl kaum mit Eric Bazilien und Rob Hyman in Verbindung gebracht hätten. „Time after Time“ von Cindy Lauper etwa, oder Joan Osbornes „One of Us“ entstammen der Feder des kongenialen Songschreiberduos und sorgen für eine kollektive Gänsehaut auf dem zur Festivalarena umfunktionierten Sportplatz.

Ein kurzweiliger Mix aus Pop, Rock und Blues bestimmt das Schaffen der Musiker, die hier und da gern auch mal Richtung Folk und Country schielen und sich nicht zu fein sind, ein paar Stücke in der Landessprache ihrer Gastgeber zu servieren. Gereimte Phrasen wie „Eine gute Flasche Wein, du bist nicht allein“ mögen nett gemeint sein, braucht es aber nicht. Mit Peter Schillings „Major Tom“ sieht es da schon anders aus. Auch das passt stilistisch nicht wirklich, wird aber zum Überraschungshit des Abends. „Wir haben den Song gewählt, weil wir dachten, es wäre eine witzige Art, unsere Shows in Deutschland zu beenden“, sagt Bazilien im Gespräch mit unserer Zeitung und verrät: „Ich mag es sehr, auf Deutsch zu singen, den Text zu lernen, war allerdings eine echte Herausforderung.“ Es hat sich gelohnt. (Sascha Hoffmann)

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