Multi-disziplinäres Kulturprojekt

Tief eintauchen in Musik: Diego Paqué im Wolfhager Kulturladen

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Leidenschaft: Der spanische Musiker Diego Paqué geht voll und ganz in seiner Musik auf.

Wolfhagen. Das Kulturprojekt „Asolasmerguiza-Latiovisual“ von Diego Paqué  im Kulturladen war ein Konzert voller Überraschungen.

Zuerst einmal war das Programm geändert worden. Die Lesungen von Leonor Paqué, Journalistin und Autorin, fanden nicht statt, obwohl sie anwesend war.

Es gab wohl Schwierigkeiten bei der Präsentation der Texte in deutscher Sprache. Statt dessen zeigte Leonor Paqué mithilfe eines Beamers bewegte Bilder zur Musik ihres Bruders Diego. Die visuelle Palette reichte von abstrakten Zeichen bis zur Comic-Story und kleinen Filmen mit realen Motiven.

Zweifelsohne ist der in Barcelona geborene Diego ein Virtuose auf der Gitarre. Gleich drei verschiedene Exemplare hatte er auf der Bühne fürs Konzert dabei. Der spanische Künstler macht nicht einfach nur Musik, er lebt sie, und zwar mit viel Mimik, Gestik und vollem Körpereinsatz. In seinem Gesang spiegeln sich viele menschlichen Emotionen wider. Da sind Lebenslust und Freude, aber auch Trauer und Sehnsucht.

Voller Hingabe und Leidenschaft präsentierte Diego seinen ganz eigenen Musikstil. Die Technik machte es möglich, dass er mehrstimmig sang und im Hintergrund Kastagnetten und Glöckchen klangen. Obwohl Diego Paqué kein Wort Deutsch spricht, versuchte er mit entsprechender Gestik, Mimik und ein paar Brocken Englisch mit dem Publikum zu kommunizieren. Das erwies sich anfangs als schwierig. Immerhin erfahren die Besucher, dass Diegos Gitarren Namen haben und für ihn wie Familienmitglieder sind. Außerdem sei er ein sehr lustiger Typ, was seine Schwester bestätigte.

Die vielen spanisch sprechenden Besucher an diesem Abend waren jedenfalls im Vorteil. Für die anderen wären ein Programmblatt oder ein paar Erklärungen zwischendurch in deutscher Sprache hilfreich gewesen. Erst zum Ende des Konzertes kam beim gemeinsamen Singen und mit Unterstützung der beiden Perkussionisten Pedro Soriano und Arturo Lyton Bewegung und Stimmung ins Publikum. Plötzlich sangen und klatschten alle gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne. Musik ist eben universell.

Bedauerlicherweise fiel der angekündigte literarische Teil des Kulturprojektes aus. Das hätte dem Abend noch die fehlende besondere Note gegeben. Trotzdem gab es viel Beifall vom Publikum nach einem Non-Stop zweistündigen Programm für einen außergewöhnlichen multi-disziplinären Künstler.

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