Tier-Lebensraum Hutewald

Baumpflegearbeiten in Rhöda entlang des Wanderweges Knapp und Trift

Bei einem Feld ist ein Wald neben einem kleinen Feldweg zu sehen, auf dem Spaziergänger laufen.
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Der Hutewald am Knapp bei Rhöda: Hier wurden Bäume umfangreich gepflegt und geschnitten.

Baumpfleger kümmerten sich jetzt um die Bäume im Hutewald „Am Knapp“. Einige hätten wegen ihres schlechten Zustands für Spaziergänger gefährlich werden können.

Rhöda – Am Waldrand des Knapp bei Rhöda und entlang des Wanderwegs, der zum Knapp führt – die Trift – wurden jetzt Bäume gepflegt. Die Gemeinde Breuna hatte Baumpfleger dafür beauftragt.

Finanziert wurde die Maßnahme durch Geld des Förderprogramms Artenschutz und Hessischer Biodiversitätsstrategie der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel.

Hutewald bezeichnet Nutzung von Wald als Weide für Tiere

Der Hutewald „Am Knapp“ und die Trift besteht hauptsächlich aus über 150-jährigen Altbuchen. Ein Hutewald ist die alte Form der Nutzung von Wald als Weide für Schweine, Rinder oder andere Tiere.

Am Knapp: Die Gemeinde Breuna hat für die Baumpflege im Hutewald Geld aus dem Förderprogramm Artenschutz und Hessischer Biodiversitätsstrategie bekommen.

Das Nutzvieh wurde in den Wald getrieben, damit es sich dort das Futter suchte, anstatt durch aufwendige Rodung von Waldflächen Viehweiden zu erschaffen.

Die Beweidung unterdrückte gleichzeitig den Nachwuchs und hierdurch entstanden im Laufe der Zeit lichte bis fast offene, parkartige Wälder, wie Rebecca Forner, Fachagrarwirtin für Baumpflege und Baumsanierung aus Niederlistingen berichtet.

Viele der Buchen sind aufgrund der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Jahre in ihrer Vitalität stark eingeschränkt. Das äußert sich durch einen hohen Anteil an Totholz beziehungsweise Wipfeldürre oder absterbender Kronenteile.

Bäume in schlechtem Zustand wären für Besucher gefährlich

Einige der Bäume im Bestand sind bereits abgestorben. Aufgrund ihres Alters haben sie zahlreiche Höhlungen, Risse und Morschungen, die Lebensraum für geschützte Arten wie Wendehals, Waldkauz, Steinkauz, Rotmilan, verschiedene Fledermausarten und Zauneidechse bieten.

Der Unterwuchs des Hutewaldes besteht unter anderem aus seltenen Orchideenarten. Die Buchen im Hutewald und Trift sind landschaftsprägend, eindrucksvoll gewachsen und deshalb unbedingt erhaltenswert, so die Baumpflegerin.

Wegen ihres schlechten Zustandes drohen einige Buchen jedoch, unkontrolliert auseinanderzubrechen, was für Besucher des Waldes gefährlich und für geschützte Arten zum Verlust ihres Habitats führen würde.

Mitte Oktober wurden nun Schnittmaßnahmen an den Bäumen vorgenommen. Einige komplett abgestorbene Bäume wurden dabei bis auf eine verkehrssichere Höhe abgesetzt um zu verhindern, dass sie bei Versagen auf den Weg fallen und Passanten gefährden.

Baumpfleger brachten bei der Gelegenheit Nistkästen an

Ein Nistkasten für Steinkäuze wurde gleich mit angebracht.

Bei den meisten Bäumen im verkehrsrelevanten Bereich aber wurde mittels Hebebühne und Seilklettertechnik fachgerecht das Totholz entfernt, beziehungsweise absterbende Kronenteile so eingekürzt, dass sie nur noch eine möglichst geringe Windangriffsfläche bieten, um Kronenausbrüche zu vermeiden.

In eine Buche in der Trift wurden zusätzlich auf zwei Höhen Kronensicherungen eingebaut, um zu verhindern, dass der am Stamm stark geschädigte Baum nicht unkontrolliert auseinanderbricht.

Da in diesem Jahr ganz in der Nähe des Knapp erfolgreich Steinkäuze (eine kleine, kurzschwänzige Eulenart) ausgewildert wurden, haben die Baumpfleger die Gelegenheit genutzt und in zwei Bäume am südöstlichen Rand des Knapp und in nordöstlicher Richtung in der Trift Steinkauzkästen angebracht.

Spaziergänger sollten weiter aufmerksam bleiben

Ziel der Baumpflegemaßnahmen war es vor allem, die Lebensdauer der Bäume und ihrer Habitatsstrukturen zu verlängern und die Wege am Waldrand so gut es geht zu sichern, anstatt geschädigte Bäume komplett zu fällen.

Trotzdem sei in Zukunft auch im Hutewald und der Trift – genauso wie in allen anderen Wäldern – die Aufmerksamkeit der Spaziergänger geboten, um Gefahren wie abgestorbene, kahle Äste, abgeplatzte Rinde oder Risse im Stamm zu erkennen und zu meiden, denn einen sicheren Wald könne es nicht geben, wie Rebecca Forner sagt. (Monika Wüllner)

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