Tiere haben Respekt voreinander

Rinder und Pferde als gute Freunde: Werner Schmidt und Silke Rudolph setzen in Istha auf Mischbeweidung

Eine Dame mittleren Alters streichelt einem Rinder-Bullen über den Kopf.
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Treffpunkt Schilfwiesen: Auch ein Angus-Bulle braucht manchmal Streicheleinheiten, die er hier von Silke Rudolph aus Istha bekommt.

Einen großen Teil des Jahres stehen die beiden so unterschiedlichen Tierrassen Rind und Pferd zusammen auf einer acht Hektar großen Weide in den Schilfwiesen bei Istha.

Istha – Erst wenn der Boden draußen zu nass wird, werden die Warmblüter von der Weide heruntergenommen, da sie sonst mit den eisenbeschlagenen Hufen den Boden zu sehr beschädigen würden. „Wir machen einen umgekehrten Almabtrieb im Herbst, denn wir lassen die Rinder über Winter auf der Weide und bringen die Pferde in den Stall“, sagt Pferdezüchter Werner Schmidt aus Istha schmunzelnd.

Zusammen mit seiner Lebenspartnerin und Reitlehrerin Silke Rudolph betreibt Werner Schmidt schon seit vielen Jahren eine Mischbeweidung mit insgesamt etwa 25 Rindern und Pferden. Und so grasen friedlich nebeneinander Galloways und Angus-Rinder neben Pferderassen wie Hannoveranern, Westfalen und Oldenburgern.

Die Pferdeherde alleine ergibt schon ein buntes Bild, da vom Reitpony über Fohlen bis zur Stute und Hengst in den Fellfarben Schimmel, Brauner und Rappen alles vertreten ist. Einige der Pferde fallen mit der außergewöhnlichen Fellfarbe Pelegrino, ein doppelt aufgehelltes Braun, auf.

Viele Pferdezüchter hätten Bedenken bei der Mischbeweidung, doch er habe nur gute Erfahrungen damit gemacht, meint Werner Schmidt, der auch Vorsitzender des Isthaer Reitvereins Bilstein Wolfhager Land ist. Das habe sogar Vorteile, sagt Silke Rudolph, was die Rinder nicht fressen, das mögen die Pferde.

Auf der Weide: Werner Schmidt, Pferdezüchter und Vorsitzender des Isthaer Reitvereins, besucht oft seine Pferde und Rinder in den Schilfwiesen und schaut nach dem Rechten.

Tiere haben Respekt voreinander

Unter den Rindern fällt ein prämierter, schwarzer Angus-Bulle auf, der zu Besuch auf der Weide ist. Aufgrund seines Gewichtes könnte er mühelos die Pferde umrennen, doch er hat genau wie die anderen Rinder Respekt vor ihnen.

Silke Rudolph erklärt, dass das Zusammenleben deswegen so gut klappe, weil es eine Hierarchie untereinander gebe, an die sich jeder halte. Die Rinder respektierten die Pferde und innerhalb der Pferdegruppe habe eine ältere Leitstute das Sagen. Da ginge es auch manchmal wie bei den Menschen rau zu, aber es komme nie zu ernsthaften Verletzungen. Die Rinder freuten sich sogar, wenn die Pferde im Frühjahr wieder auf die Weide kommen.

Diese Rangordnung wird auch deutlich, als das Paar trockenes Brot und Brötchen verteilt. Zuerst bekommt die Leitstute und dann die anderen Pferde, während die Rinder erst zögernd näherkommen. Doch zum Schluss stehen alle im großen Kreis um Werner Schmidt und Silke Rudolph und lassen sich die Leckerlis schmecken.

„Wir füttern die Tiere ab und zu mit Brot, damit sie den Bezug zu uns Menschen nicht verlieren und damit wir sehen können, dass es ihnen gut geht“, sagt Silke Rudolph und betrachtet gemeinsam mit Werner Schmidt liebevoll die Herde. (Ursula Neubauer)

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