Hunde an die Leine nehmen

Totgebissenes Rehkitz im Wolfhager Stadtwald gefunden

Derzeit ist der Nachwuchs von Wildtieren und Bodenbrütern in Gefahr. Frank Hannich von der Stadt Wolfhagen bittet Tierbesitzer, ihre Hunde an die Leine zu nehmen.
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Derzeit ist der Nachwuchs von Wildtieren und Bodenbrütern in Gefahr. Frank Hannich von der Stadt Wolfhagen bittet Tierbesitzer, ihre Hunde an die Leine zu nehmen.

Frank Hannich von der Stadt Wolfhagen bittet Tierbesitzer, ihre Hunde an die Leine zu nehmen.

Wolfhagen – Der kleine Körper war noch warm, als Forstwirtschaftsmeister Frank Hannich das Kitz fand. Es lag auf der Straße zwischen dem Hellen Platz und Leckringhausen. Aufgrund der Bissspuren geht der Mitarbeiter der Stadt Wolfhagen davon aus, dass es ein jagender Hund getötet hat. Gerade mal zwei Wochen ist das Kitz alt geworden. Gegen seinen Angreifer hatte es keine Chance.

Aufgrund dieses Vorfalls appelliert Hannich an Hundebesitzer, doch wenigstens ihre Tiere von März bis Juni an die Leine zu nehmen. Dies ist in Hessen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie dem benachbarten Niedersachsen – keine Pflicht. Eine Ausnahme gilt in Naturschutzgebieten, dort müssen Hunde ganzjährig an die Leine.

Frank Hannich: Stadt Wolfhagen

In der Brut- und Setzzeit benötigen nicht nur Jungtiere Schutz, sondern auch die tragenden Muttertiere. Viele Hundebesitzer reagierten uneinsichtig, wenn er sie bitte, ihre Vierbeiner anzuleinen, so Hannich. Eine Frau habe er mal gefragt, ob sie sich vorstellen könne, wie es sei, hochschwanger einen längeren Sprint hinzulegen. „Da konnte sie es nachvollziehen und hat ihren Hund angeleint“, berichtet er.

Es sei wichtig, mit Hundehaltern ins Gespräch zu kommen, Einsicht zu erreichen und nicht zu drohen. Allerdings gebe es unter anderem im Wolfhager Stadtwald Hundebesitzer, die konsequent alle Appelle ignorierten und ihre wildernden Hunde frei laufen ließen.

Läuft ein Hund unbeaufsichtigt im Wald oder auf Feldern herum, stöbert nach Wild, hetzt oder reißt er die Tiere, so ist dies eine Ordnungswidrigkeit nach dem Landesjagdgesetz. Im Wiederholungsfall kann das sogar zu einer Straftat werden und gilt als Wilderei. Dann droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine höhere Geldstrafe. Auch ein auferlegter Leinenzwang gehört dazu. Der sogenannte Jagdausübungsberechtigte darf einen wildernden Hund schießen. (Bea Ricken)

Brut- und Setzzeit beginnt am 1. April

Ab 1. April beginnt die Brut- und Setzzeit, in der Wildtiere Nachwuchs erwarten und Vögel brüten. Selbst wenn Hunde nicht jagen, sondern ein Rehkitz nur berühren, kann es von seiner Mutter verstoßen werden. Bodenbrüter wie Ente, Gans, Rebhuhn, Fasan, Kiebitz und Lerche können ebenfalls so gestört werden, dass sie das Brüten einstellen.

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