Schneller Umbau

Straßenmeisterei gerüstet für den Winterdienst

Vor den ersten Flocken: Peter Wöllenstein von der Straßenmeisterei Wolfhagen justiert den Schneepflug. Das wuchtige Gerät wird allerdings nur bei Schneefall montiert, ansonsten wird ohne gefahren.
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Vor den ersten Flocken: Peter Wöllenstein von der Straßenmeisterei Wolfhagen justiert den Schneepflug. Das wuchtige Gerät wird allerdings nur bei Schneefall montiert, ansonsten wird ohne gefahren.

Der erste Frost hat einen Vorgeschmack auf den nahenden Winter gegeben. Der Straßenmeisterei Wolfhagen stehen jetzt wieder Räumeinsätze bevor.

Wolfhagen – Überraschungen sind hier selten. Meist weiß man schon am Nachmittag in der Straßenmeisterei Wolfhagen, mit welchem Wetter man in der kommenden Nacht, am Morgen und den folgenden Stunden zu rechnen hat, kurz: Ob der Streu- und Räumdienst in der Frühe raus muss, um die Straßen vor dem Start des Berufsverkehrs von Glätte zu befreien.

„Wir haben ein Wetterinfo-System, das basiert auf Daten des Deutschen Wetterdienstes“, sagt Dominik Hagner, Leiter der Straßenmeistereien Wolfhagen, Espenau und Oberweser. „Das ist eine Wetterprognose für den Profi-Bereich, und wir haben da als Behörde Zugang.“ Und so weiß man dann auch in Wolfhagen während der kalten Jahreszeit schon rechtzeitig vor Dienstende, ob man die Fahrzeuge, die derzeit vor allem für den Abtransport von Geäst aus der Gehölzpflege eingesetzt sind, noch flott für den Winterdienst aufrüstet.

Auf den ersten Frost vorbereiten: Mit einem Radlader befüllt Peter Wöllenstein von der Straßenmeisterei Wolfhagen den Streubehälter seines Räumfahrzeugs. 3,6 Kubikmeter Streusalz fasst der Aufsatz. Hinten in der Halle lagern 2000 Tonnen Salz.

„Wenn wir am Abend erkennen, dass wir am Morgen räumen oder streuen müssen, bauen wir um“, sagt Hagner. Das geht relativ flott: Gut 30 Minuten benötigt man, um den Streusalzbehälter auf die Ladefläche zu packen und das vier Meter breite Räumschild zu montieren. Wobei der massige Schneeschieber nur dann angesetzt wird, wenn auch mit Flocken zu rechnen ist. „Der Schneepflug ist sehr sperrig. Alles, was man nicht an Gewicht und Gerät mitnehmen muss, wenn ich es nicht brauche, lässt man“, sagt Hagner. Das sei auch ein Gebot der Wirtschaftlichkeit. Bei bis zu sieben Fahrzeugen, die die Straßenmeisterei für den Winterdienst bereitstellen kann, ist das nicht zu unterschätzen.

Eine wichtige Rolle bei der Einschätzung der Straßenbedingungen und der Einsatzkoordination spielt der Melder, der am Stützpunk per Funk die Fahrzeuge dirigiert, zum Teil auch schon vor dem eigentlichen Dienstbeginn eine Kontrollfahrt unternimmt, um die Lage besser beurteilen zu können. „Das ist alles sehr situativ zu entscheiden“, sagt der Leiter der Straßenmeisterei, „das Wetter ist schlecht einzuschätzen“, trotz aller Unterstützung durch den Wetterdienst.

Beim Präventivstreuen, also dem vorbeugenden Salzen, wenn mit überfrierender Nässe zu rechnen ist, sei man schneller durch mit dem Pensum. „Soviel wie nötig und so wenig wie möglich“, laute bei den Einsätzen, bei denen man auf eine Regelzeit von drei bis vier Stunden komme, die Devise beim Streuen. Beim Räumen bei kräftigen Schneefällen sei der Aufwand erheblich höher. Dann nämlich müsse man beispielsweise an Kreuzungen deutlich mehr tun, „und man fährt auch langsamer“, so der Leiter der Meisterei.

Für insgesamt 275 Kilometer Straßen ist die Straßenmeisterei Wolfhagen zuständig, „die müssen komplett und in einem Rutsch bedient werden“, erklärt Dominik Hagner. Und damit ist auch gemeint, dass die Fahrzeuge der Straßenmeisterei, die für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften zuständig ist, nicht am Ortsschild den Schneepflug hochziehen und das Streuen bis zum Ortsausgangsschild einstellen.

Auch wenn innerorts die jeweilige Stadt oder Gemeinde zuständig sei, erklärt Carola Siebert, Pressesprecherin von Hessen Mobil, wäre das unter dem Sicherheitsaspekt ziemlich sinnfrei, wenn Kraftfahrer innerorts und außerhalb bei Glätte unterschiedliche Straßenbedingungen vorfänden.

Apropos: „Die Fahrt hinter dem Räumfahrzeug ist deutlich sicherer, als es zu überholen und auf ungeräumter Straße zu fahren“, betont Hagner. Die gegenseitige Rücksichtnahme sei sehr wichtig und auch das Verständnis für die Räum- und Streufahrzeuge sei wesentlich, „weil die eben eine bestimmte Größe und Masse haben“.

Das bedeute für den Fahrer, der so einen 360 PS starken 20-Tonner mit dem ausladenden Schild zu bewegen hat, dass er extrem konzentriert und fokussiert unterwegs sein muss. Um die Sicherheit zu erhöhen, sagt Carola Siebert, „sind die Fahrzeuge in diesem Jahr zum ersten Mal mit Seitenabbiegeassistenten ausgestattet“. Die sollen den Fahrer, der sich beim Abbiegen extrem auf sein ausladendes Räumschild konzentrieren muss, unterstützen und Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern verhindern helfen. Auch hier setze man nun aktuelle Technik ein, genauso wie bei der Einschätzung des bevorstehenden Wetters, das in der Nacht zu Dienstag und auch noch am Morgen mit deutlichen Minustemperaturen erstmals schon recht winterlich war. (Norbert Müller)

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