Aus Fundament gerissen:

Unbekannte entwenden Kreuz vom Wolfhager Friedhof

Fassungslos: Hermann Finke kann nicht verstehen, warum Unbekannte das Bronze-Kreuz für die Gefallenen beider Weltkriege vom Wolfhager Friedhof gestohlen haben. Unser kleines Bild zeigt, wie das Kreuz im Herbst aussah. Fotos: Schaffner/Archiv

Wolfhagen. Hermann Finke ist fassungslos. Seit Jahren kümmert sich der 76-Jährige um das Ehrenmal für die Weltkriegs-Gefallenen auf dem Wolfhager Friedhof.

Jetzt haben Unbekannte das mannshohe Bronze-Kreuz, das sonst immer vor den Gedenksteinen stand, aus dem Fundament gerissen und gestohlen.

„Wer macht denn so etwas?“, fragt Finke enttäuscht. Zumal das Kreuz in erster Linie ideelen Wert gehabt habe. „Der Schrottwert liegt höchstens bei 300 Euro“, sagt der Wolfhager, der das Fehlen des 1,70 Meter hohen Kreuzes bereits am 25. März entdeckt hatte. Kurz davor hatte es Friedhofsmitarbeiter Joachim Müller noch gesehen. „Ich bin jedenfalls sehr traurig“, sagt Finke.

Aus dem Fundament gerissen: An das Kreuz erinnern nur noch Schrauben und herausgebrochene Steine.

Schließlich war er es, der sich dafür eingesetzt hatte, dass die eingezäunte Gedenk-stätte im Jahr 2006 grundlegend erneuert und erweitert wurde. „Bis dahin gab es auf unserem Friedhof nur das Kreuz und drei Gedenksteine für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg“, erinnert er sich. Um auch an die Wolfhager Kriegsopfer der Jahre 1939 bis 1945 zu erinnern - darunter auch sein Vater - recherchierte Finke alle 220 Namen und sammelte Spenden in Höhe von 30.000 Euro.

Das Geld investierte er in zwei zusätzliche Gedenksteine, Namenstafeln für die bis dahin nur nummerierten Soldatengräber und ließ ein Fundament für das Bronze-Kreuz anfertigen. „Seitdem die Gräber Namen haben, kommen sogar Menschen aus Holland und Frankreich nach Wolfhagen, um der Gefallenen zu gedenken“, sagt er nicht ohne Stolz.

Kreuz kostet 3000 Euro 

Auch wenn sich der engagierte Rentner in seiner Freizeit weiterhin dem Ehrenfriedhof widmen möchte - Geld für ein neues Kreuz will er nicht mehr sammeln. „Um das fehlende Kreuz muss sich jetzt die Stadt kümmern“, sagt er. Dass es ersetzt werden müsse, stehe schon alleine aus Respekt vor den Gefallenen und ihrer Angehörigen außer Frage. „Eine Neuanschaffung würde rund 3000 Euro kosten“, schätzt Finke, der den Diebstahl umgehend der Stadt gemeldet hatte.

Die Stadt hat nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Helmut Rupp daraufhin umgehend bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Bislang ohne Ergebnis.

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