Bad Arolserin fand die Tiere mitten in der Stadt

Unbekannter setzt Katzenbabys in Sporttasche aus

Gesundheitscheck beim Tierarzt: Marcus Schneider (rechts) und Sohn Valentin haben die ausgesetzten Katzen in der Praxis vorbeigebracht. MIt im Foto Helferin Alena Rudolph. Foto: Ricken

Bad Arolsen/Wolfhagen. Gabi Windisch stolperte fast über die rosafarbene Sporttasche, die am Donnerstagmorgen mitten auf dem Bürgersteig in der Bahnhofstraße, der Hauptgeschäftsader von Bad Arolsen, stand.

„Ich dachte, ein Kind hat sie auf dem Weg zur Schule verloren“, erzählt die Arolserin, die gerade auf dem Weg zur Arbeit war. „Dann habe ich gesehen, wie sich die Tasche bewegt.“ Gabi Windisch öffnete den Reißverschluss und glaubte, ihren Augen nicht zu trauen, als ihr zwei kleine Katzen entgegengekrabbelt kamen. „Die fünf Katzenbabys haben erbärmlich miaut“, berichtet sie wütend.

Nach einem Anruf bei ihrem Chef Marcus Schneider nahm Windisch die Katzen mit an ihre Arbeitsstelle. In dem Arolser Unternehmen haben die Kleinen nun eine vorübergehende Bleibe gefunden. „Wir sind entsetzt, dass jemand die Tiere aussetzt, obwohl es doch andere Möglichkeiten gibt sie unterzubringen“, so Schneider, der sich gleich mit den Katzenbabys auf den Weg nach Wolfhagen zum Tierarzt machte, da eins der Kleinen sehr schwach und dehydriert wirkte.

Tierärztin Dr. Kerstin Augsburg zeigte sich jedoch zufrieden mit den Kleinen. „Sie sind in einem guten Zustand.“ Allerdings hätten sie mit geschätzten sechs bis sieben Wochen besser noch bei der Mutter bleiben sollen.

Das Aussetzen der Katzen ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und damit eine strafbare Handlung“, erklärt Dirk Virnich, Pressesprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Die Kollegen in Bad Arolsen seien inzwischen eingeschaltet.

So ein Vorfall wie am Donnerstagmorgen komme sehr selten vor. „Zumindest hat der Unbekannte dafür gesorgt, dass die Katzen gefunden werden konnten.“ Hätte er die Tiere im Wald abgestellt, sei damit sogar ein Straftatbestand erfüllt worden. Das Aussetzen von Tieren kann laut Polizei immerhin bis zu 25 000 Euro Strafe kosten. Die Geschichte der Katzenbabys scheint ein gutes Ende zu nehmen, inzwischen haben drei schon ein gutes Zuhause gefunden.

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