Trinkwasserrohre angebohrt

Unbekannter spritzte Bauschaum in die Leitungen von dem Getränkehersteller Vitaqua - Polizei sucht nach Zeugen

Zwischen Herbst vergangenen Jahres und April 2020 bohrte jemand Löcher in die Wasserleitungen am „Grünen Grund“, die von dem Getränkehersteller Vitaqua genutzt werden sollen, und spritzte Bauschaum hinein. Unser Foto entstand im Jahr 2007 bei einer früheren Verlegung von Wasserrohren für Vitaqua.
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Zwischen Herbst vergangenen Jahres und April 2020 bohrte jemand Löcher in die Wasserleitungen am „Grünen Grund“, die von dem Getränkehersteller Vitaqua genutzt werden sollen, und spritzte Bauschaum hinein. Unser Foto entstand im Jahr 2007 bei einer früheren Verlegung von Wasserrohren für Vitaqua.

In den vergangenen Wochen hat ein Unbekannter Wasserleitungen im "Grünen Grund" bei Wolfhagen angebohrt und Bauschaum reingespritzt. Das Motiv der Tat ist unklar. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Wolfhagen – Ein Unbekannter hat zwei Wasserleitungen des Getränkeherstellers Vitaqua angebohrt und PU-Schaum hineingespritzt. Das teilte die Polizei jetzt mit. Seit Herbst 2019 werden im „Grünen Grund“ zwischen Wolfhagen und Gasterfeld neue Wasserleitungen gelegt – zwei, die später der Mineralwasserhersteller Vitaqua nutzen wird, und eine für die Trinkwasserversorgung von Wolfhagen.

Da die Bauarbeiten in den vergangenen Monaten zunächst wegen der Winterpause und dann durch die Corona-Krise ruhten, grenzt die Polizei den Zeitraum der Beschädigung zwischen Herbst 2019 und Ende April ein. 

Laut Stadtwerke Wolfhagen wurde die Beschädigung erst erkannt, als die Rohre getestet wurden und kein Wasser durchkam. Ein Gerät presste daraufhin den Bauschaum raus, und an den Bohrlöchern trat das Wasser aus. 

Nicht Vitaqua oder die Stadtwerke sondern die Baufirma Nolte wurde geschädigt

Geschädigt wurde in diesem Fall die Baufirma Nolte aus Warburg, da die Leitungen noch nicht an die Stadtwerke Wolfhagen, der künftig alle drei Leitungen gehören, übergeben wurden. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf 6000 Euro.

Der Bau des neuen Trinkwasserbrunnens samt der Leitungen sorgte bereits im Oktober 2019 für Aufregung in Teilen der Wolfhager Bevölkerung. Befürchtungen, durch den neuen Brunnen würde das Grundwasser knapp werden, Teiche austrocknen oder gar die zukünftige Trinkwasserversorgung gefährdet werden, machten die Runde. 

Schon damals erklärten die Stadtwerke, dass durch den neuen Brunnen die Gesamtfördermenge nicht erhöht werde.

Stefan Thöne, Werksleiter bei Vitaqua, erklärt: „Die Trockenheit hat nichts mit der Förderung durch Vitaqua zu tun.“ Das Wasser, das sie aus der Erde holten, sei 500 bis 1000 Jahre alt. Zudem werde Tiefenwasser entnommen und nicht oberflächliches Wasser

Dass der Unbekannte nur die beiden Wasserleitungen beschädigte, die in Zukunft von Vitaqua genutzt werden, lasse auf Hintergrundwissen schließen. Von außen sei nicht ersichtlich, welche Leitung wofür genutzt wird, so Thöne. 

Drei verschiedene Tatmotive sind denkbar

Gleichzeitig sieht er die Bohrung nicht als Drohung gegen oder als Angriff auf Vitaqua an. Auch für Gerd Groppe, Geschäftsführer von Nolte, kommen als Täter ein Konkurrent von Vitaqua, ein Gegner des Sprudelherstellers oder ein (ehemaliger) Mitarbeiter von Nolte, der der Baufirma schaden wollte, infrage. Eine Festlegung auf ein Motiv wäre aber pure Spekulation, da sind sich Thöne und Groppe einig.

Wenn die Wasserleitungen fertiggestellt sind, werden sie laut Groppe 1,25 Meter tief in der Erde liegen, sodass eine ähnliche Beschädigung wie jetzt sehr unwahrscheinlich werde und somit keine Gefahr für die Wasserversorgung entstünde. 

Bevor die Rohre in Betrieb genommen werden, werden sie zunächst auf ihre Dichtheit und das Wasser auf Bakterien geprüft. Das geschieht sogar zweimal – einmal durch die Baufirma Nolte und nochmal durch Vitaqua. An der dritten Wasserleitung hat die Baufirma nur die Erdarbeiten übernommen, das Einsetzen der Rohre werde in Eigenregie der Stadtwerke gemacht, so Groppe. 

Von einer ähnlichen Sachbeschädigung hat der Diplom-Ingenieur noch nie gehört. „Normalerweise hat da kein Mensch Interesse dran.“

Hinweise von Zeugen an Polizei unter 0 56 92/98 290

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