Friseure froh, Handel sauer

Verlängerung des Lockdowns ist für viele im Wolfhager Land keine Überraschung

Hochgestellte Stühle in einem geschlossenen Lokal
+
Verlängerung des Lockdowns: Gastronomie muss weiterhin geschlossen bleiben.

Während Friseure ab dem 1. März wieder öffnen dürfen und vorsichtig jubeln, sind die Gastronomen sauer über die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März.

Wolfhager Land – Deutliche Worte findet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Hessen: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“ In Kassel wollen Friseure heute mit einem Autokorso auf ihre Situation aufmerksam machen, weil versprochene Hilfszahlungen nicht angekommen sind. Als „Katastrophe“ bezeichnet der Wolfhager Kinobetreiber Kai Mellinghoff die Verlängerung des Lockdowns. Kinos sollen erst bei einer stabilen Inzidenz von 20 öffnen dürfen. „Das ist völlig aus der Luft gegriffen“, sagte Mellinghoff. Zumal es in Kinos kein einziges Infektionsgeschehen gegeben habe. Andererseits freue er sich natürlich für die Friseure, die ab dem 1. März wieder öffnen dürfen. Im Friseursalon seiner Frau Ellen Mellinghoff (Haarstudio Filmschnitt in Wolfhagen) stehe das Telefon nicht mehr still.

Marko Kuhaupt vom Landhotel Mulot & Gaststätte Kuhaupt in Leckringhausen setzt nach wie vor auf Außer-Haus-Lieferungen. Ändern könne er die Umstände ohnehin nicht. „Selbst wenn wir öffnen dürften, hätten viele Menschen wahrscheinlich immer noch Angst, in Gaststätten zu gehen“, ist sich Kuhaupt sicher. Die Sorgen und Nöte in seiner Branche seien ihm bekannt. Und das sei für alle eine sehr schwierige Situation. Geschlossen bleibt die Märchenlandtherme in Breuna. Bürgermeister Jens Wiegand: „Wir brauchen ohnehin 14 Tage Vorlauf“. Er hoffe, dass im April geöffnet werden könne.

Dem Wechselunterricht ab dem 22. Februar sieht Schulleiter Lars Grenzemann gelassen entgegen. „Wir haben den Platz, und wir müssen das Beste daraus machen“, so der Leiter der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg. Gerade seien die digitalen Endgeräte vom Landkreis Kassel angekommen, darüber freue er sich. „Wir können uns die pandemische Entwicklung nicht aussuchen“, sagte Grenzemann. Seine Devise sei nach wie vor: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und da hinhören, wo es knirscht“. (Monika Wüllner)

Maskenpflicht künftig ab der ersten Klasse

An den Schulen in Stadt und Landkreis Kassel gilt – wie überall in Hessen – künftig schon ab der ersten Klasse eine grundsätzliche Maskenpflicht. Das kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag nach der Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts in Wiesbaden an. Es müsse aber nicht zwingend eine medizinische Maske sein. Das Land Hessen empfehle diese Masken zwar, ordne sie aber nicht konkret an, sagte Lorz. (dpa) 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.