Kleinbus und viel mehr für Senioren

Verstorbene Ingeborg Thal aus Wolfhagen hinterlässt dem Diakonischen Werk üppige Spende

Kleinbus für die Arbeit des Diakoniezentrums in Wolfhagen: Über die üppige Spende aus dem Nachlass der verstorbenen Ingeborg Thal freuen sich (von links) die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Region Kassel, Tamara Morgenroth, Karin Zipperer-Heinemann (Diakoniezentrum), Karl-Heinz Deiß als ehemaliger Betreuer von Ingeborg Thal und Franziska Fuchs, Geschäftsführerin des Autohauses Güde in Wolfhagen.
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Kleinbus für die Arbeit des Diakoniezentrums in Wolfhagen: Über die üppige Spende aus dem Nachlass der verstorbenen Ingeborg Thal freuen sich (von links) die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Region Kassel, Tamara Morgenroth, Karin Zipperer-Heinemann (Diakoniezentrum), Karl-Heinz Deiß als ehemaliger Betreuer von Ingeborg Thal und Franziska Fuchs, Geschäftsführerin des Autohauses Güde in Wolfhagen.

Die verstorbene Ingeborg Thal aus Wolfhagen hat dem Diakonischen Werk Region Kassel 96.000 Euro vermacht.

Wolfhagen – Wenn man als Mitarbeiterin des Diakonischen Werkes in den Zustand ungläubigen Staunens versetzt wird, muss schon viel passieren. Für Karin Zipperer-Heinemann war es genau so, als sie die Nachricht von der großzügigen Spende erreichte. Die im Mai vergangenen Jahres verstorbene Ingeborg Thal (96) hatte dem Diakonischen Werk Region Kassel eine Summe von 96.000 Euro vermacht.

Und nicht nur das. Sie hatte zudem verfügt, dass das Geld seine positive Wirkung für die älteren Menschen in Wolfhagen und Umgebung entfalten möge.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte Thals ehrenamtlicher Betreuer Karl-Heinz Deiß die frohe Botschaft überbracht. Und dann fanden „eine gute Idee und die erforderlichen Mittel zueinander“, sagt Pfarrerin Tamara Morgenroth, die seit anderthalb Jahren als Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes tätig ist. Mit der Spende der Seniorin, die ihre letzten Jahre in der Seniorenresidenz Karlstraße in Wolfhagen verbrachte, schaffte das Diakonische Werk beim ortsansässigen Autohaus Güde einen Kleinbus an. Mit ihm können nun die Unterstützungsangebote um eine mobile Beratung erweitert werden.

Im Diakoniezentrum Wolfhagen finden Menschen aus Zierenberg, Naumburg, Bad Emstal, Breuna und Wolfhagen Rat und Hilfe zu den Themen Soziales, Alter, Pflege, Demenz, Müttergenesung, Wohnen, Sucht und Teilhabe. Der Beratungsbus ergänzt das Angebot durch die Möglichkeit, dorthin zu fahren, wo die Infrastruktur schlecht und Hilfsangebote dünn sind. Auf diese Weise werden auch Menschen vor Ort erreicht, die nicht mobil sind.

Seine Jungfernfahrt für das Diakoniezentrum wird der Kleinbus am 6. Mai nach Zierenberg unternehmen. Dann wird seine Crew auf dem dortigen Markt in die Beratung einsteigen und gezielt Senioren Angebote unterbreiten. Am 20. Mai ist der Bus dann auf dem Markt in Breuna und am 27. Mai in Wolfhagen auf dem Marktplatz. Mit dem Fahrzeug seien die Beschäftigten des Diakonischen Werkes flexibel. Bei schlechtem Wetter könne man sich unter die Markise zurückziehen, die das Autohaus Güde als Spende noch obendrauf gepackt hat, oder im Bus Platz nehmen, sagt Barbara Koblitz, Fachgebietsleiterin beim Diakonischen Werk.

Ingeborg Thal war als Kriegsflüchtling aus Pommern nach Nordhessen gekommen. Viele Jahre lebte sie zusammen mit ihrem Ehemann in Ahnatal-Heckershausen. Im Alter von 80 Jahren wechselte sie mit ihrem Mann ins Betreute Wohnen der Seniorenresidenz Karlstraße. Zuvor habe sich das Paar die Region gründlich angesehen und dann ganz bewusst eine Entscheidung für Wolfhagen getroffen, sagt Karl-Heinz Deiß, der den Thals sehr nahe stand. Bis ins hohe Alter sei Ingeborg Thal eine gläubige Christin geblieben, die sich insbesondere der Diakonie verbunden gefühlt habe. Mit der Spende habe sie die Seniorenarbeit unterstützen wollen.

Für den Betrag, der nach Anschaffung des Busses noch übrig ist, haben die Mitarbeiterinnen vom Diakonischen Werk noch keine konkreten Ideen. Allerdings beabsichtigen sie, mit dem Geld die Kofinanzierung in Höhe von 25 Prozent bewerkstelligen zu können, die von der Stiftung Deutsches Hilfswerk für einige Projekte verlangt wird, sagt Fachgebietsleiterin Barbara Koblitz. Nutznießer sollen, wie von Ingeborg Thal gewünscht, die Menschen in Wolfhagen sein. (Antje Thon)

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