Vertrauen beim Friseurbesuch

Kunden dürfen Anbieter nicht nach Corona-Impfung fragen

Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie: Friseurmeisterin Susanne Overbeck aus Zierenberg setzt auf Vertrauen. Dazu gehört für sie auch, dass ihre Kunden sie nach ihrem Impfstatus fragen dürfen.
+
Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie: Friseurmeisterin Susanne Overbeck aus Zierenberg setzt auf Vertrauen. Dazu gehört für sie auch, dass ihre Kunden sie nach ihrem Impfstatus fragen dürfen.

Dürfen Kunden die Anbieter körpernaher Dienstleistungen nach ihrem Impfstatus fragen?

Wolfhager Land - Wer zum Friseur, zur Fußpflege oder zur Kosmetikerin geht, kommt den Dienstleistern unweigerlich nah. Abstand halten ist nicht möglich. Die Anbieter von körpernahen Dienstleistungen dürfen ihre Dienstleistung nur dann anbieten, wenn die Kunden geimpft oder genesen sind. Beim Friseur oder der Fußpflege reicht ein Negativnachweis (Schnelltest, PCR-Test, Testheft). Für die Anbieter der Dienstleistungen gilt diese Pflicht nicht. Dürfen Kunden Anbieter körpernaher Dienstleistungen fragen, ob sie geimpft sind?

„Im Grunde nicht“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Die Beschäftigten müssen den Kunden gegenüber keine Auskunft zu ihrem Impfstatus geben. Ihrem Arbeitgeber aber schon. Dieser muss sicherstellen, dass alle Mitarbeiter die 3G-Regelungen erfüllen, nur dann darf er öffnen.

Mitarbeiter, die keine Auskunft geben, müssen einen aktuellen Test vorlegen. „Es kommt also darauf an, dass man als Kunde dem jeweiligen Anbieter vertraut, dass er sich an die geltenden gesetzlichen Regelungen hält“, so Kühlborn weiter. Die Anbieter körpernaher Dienstleistungen müssen allerdings ein geeignetes Hygienekonzept zur Hygiene, Lüftung, Steuerung des Zutritts und der Vermeidung von Warteschlagen umsetzen. Vertrauen alleine reicht jedoch nicht. Seit dem 6. Dezember überprüfen die kommunalen Ordnungsämter stichprobenartig die Einzelhändler. Etwa fünf bis sieben Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen Coronaregeln pro Woche landen beim Landkreis, sagt Kühlborn. Gemeldet würden diese unter anderem von den Ordnungsämtern.

Auch Kunden fragen in Friseurbetrieben nach dem Impfstatus der Mitarbeiter, berichtet Alexandra Kaske-Diekmann, Obermeisterin der Friseur-Innung Kassel. Viele würden den Status ihrer Mitarbeiter kommunizieren, manche testen sich trotz Impfung. Wenige Betriebe hätten sich auch freiwillig für die 2G-Regelung entschieden. Ein vertrauensvoller Umgang sei ohnehin wichtig im Friseurbetrieb, auch wenn noch kein Kunde ein Impfzertifikat sehen wollte. (Monika Wüllner und Bea Ricken)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.