LKA ermittelt wegen des Drohbriefes

Videokameras für Wolfhager Walter-Lübcke-Schule kommen früher

Trägt den Namen des Politikers Walter Lübcke: Die Wolfhager Gesamtschule. Einen Tag nach der Verurteilung Stephan Ernsts wegen der Ermordung Lübckes erhielt die Schule eine Drohmail. Seit Dienstag ermittelt das LKA.
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Trägt den Namen des Politikers Walter Lübcke: Die Wolfhager Gesamtschule. Einen Tag nach der Verurteilung Stephan Ernsts wegen der Ermordung Lübckes erhielt die Schule eine Drohmail. Seit Dienstag ermittelt das LKA.

Nach dem Drohschreiben an die Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen hat nun das Landeskriminalamt in Wiesbaden die Ermittlungen übernommen.

Wolfhagen. Dort bestätigte gestern der Leiter der Pressestelle, Sebastian Wolf, dass das Schreiben eine Bombendrohung zum Inhalt hat. Die Polizei habe die Drohung ernst genommen. Dies sei immer so, wenn Personen einer Gefährdung ausgesetzt seien.

Wie berichtet hatte einen Tag nach der Urteilsverkündung gegen den Lübcke-Mörder Stephan Ernst ein Unbekannter die Gesamtschule bedroht. Die Mail ist mit „NSU 2.0“ unterzeichnet, irrtümlicherweise wurde sie an die Förderschule versandt, die weiterhin den Namen Wilhelm Filchners trägt. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte“, so Wolf.

Der Landkreis Kassel als Schulträger wolle nun zügig an der von der Walter-Lübcke-Schule wegen wiederholt vorkommenden Fällen von Vandalismus beantragten Videoüberwachung arbeiten. „Die soll nach den Osterferien stehen“, sagte gestern Landkreissprecher Harald Kühlborn.

In einem Gespräch, an dem am Dienstagmorgen neben der Schulleitung und dem Schulamt auch die Polizei vertreten gewesen sei, habe der Landkreis Kassel angeregt, von der Polizei prüfen zu lassen, ob die Gesamtschule besonders zu schützen sei, informierte Kühlborn.

Diese Frage werde derzeit beim Landeskriminalamt erörtert. Im Zusammenhang mit dem Prozess und ihrem neuen Namen sei es nicht von der Hand zu weisen, dass die Schule in den Blickpunkt von Personen mit rechter Gesinnung geraten könne. Das sehen sowohl Harald Kühlborn als auch Schulleiter Ludger Brinkmann so.

„Wir werden deswegen aber nicht den Mund halten und den Kopf einziehen“, sagt Brinkmann. Natürlich sei mit der Namensgebung eine politische Botschaft verbunden, „wir streiten für Demokratie“, betont der Schulleiter. Einige Eltern und Schüler hatten sich bei ihm am Dienstag, nachdem sie aus den Medien von dem Drohschreiben erfahren hatten, nach dem Vorfall erkundigt. Vom Präsenzunterricht habe sich gestern aber kaum ein Schüler abhalten lassen. Lediglich zwei Jugendliche hätten vom Besuch der Schule Abstand genommen. Aktuell werde zwischen 250 und 280 Mädchen und Jungen der Abschlussklassen Präsenzunterricht erteilt. Auch Kinder der fünften und sechsten Klassen sind vor Ort. (Antje Thon)

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