1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen
  4. Wolfhagen

Vogelgrippe rückt auch im Landkreis Kassel näher

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bea Ricken

Kommentare

Setzen bei der Verbreitung der Vogelgrippe auf Herdenschutzhunde: Legehennenhalterin Katharina Hüppe (links) mit ihren Eltern Gerhard und Silva Hüppe. Die Hunde lassen nicht zu, dass fremde Vögel im Auslauf landen.
Setzen bei der Verbreitung der Vogelgrippe auf Herdenschutzhunde: Legehennenhalterin Katharina Hüppe (links) mit ihren Eltern Gerhard und Silva Hüppe. Die Hunde lassen nicht zu, dass fremde Vögel im Auslauf landen. © Bea Ricken

Im Schatten der Corona-Pandemie grassiert derzeit ein weiteres Virus in Deutschland: Im Norden und Süden breitet sich die Geflügelpest, auch als Vogelgrippe bekannt, massiv aus.

Geflügel und viele Wildvögel sind schon gestorben oder mussten getötet werden. Auch Geflügelhalter aus dem Landkreis Kassel sind in Alarmstimmung.

Wolfhager Land. Laut Landkreissprecher Harald Kühlborn ist es noch ruhig in der Region. Verdachtsfälle, also tot gefundene Wildvögel, würden konsequent untersucht. Das Virus H5N1 wurde dabei bisher nicht entdeckt. Die Geflügelhalter seien jedoch sensibilisiert und hätten Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Die größte Gefahr für den Eintrag in den Geflügelbestand sei der Mensch, so Hühnerhalterin Katharina Hüppe aus Wolfhagen. Betriebsfremde dürften den Stall des Kastanienhofes nicht betreten, beziehungsweise müssten im Einzelfall komplette Schutzkleidung tragen. Auch Desinfektionsmittel gehöre zum Standard, sagt Hüppe, die sich, wie alle Kollegen, um ihre Legehennen sorgt. „Unser Trumpf sind allerdings die Herdenschutzhunde, die die Hühnerschar beschützen und verhindern, dass Wildvögel im Auslauf landen.“

„Die Gefahr eines Ausbruchs in der Region ist hoch“, sagt Maik Sommerhage, hessischer Vogelexperte des Naturschutzbundes (Nabu) aus Bad Arolsen. Die Gefahr steige mit dem bevorstehenden Vogelzug im Februar und März. Allein 150 000 Kraniche und viele weitere Vogelarten überquerten die Region. Sie machen zum Beispiel Station an der Fulda in Baunatal-Rengershausen, Fuldabrück-Dennhausen, Dittershausen und Bergshausen sowie bei Niestetal-Sandershausen, am Wolfhager Glockenborn oder dem Twistesee.

Bei engem Kontakt zu erkrankten Tieren kann es in Einzelfällen zu einer Übertragung der Krankheit auf andere Arten und sogar auf den Menschen kommen. Vor allem der Kot der Vögel ist ansteckend. Es wird befürchtet, dass sich H5N1, wie schon das Coronavirus, so verändern kann, dass ein neues Influenzavirus entsteht, von Mensch zu Mensch übertragen wird und eine neue Pandemie auslöst. (Bea Ricken)

Auch interessant

Kommentare