Afrikanische Schweinepest

Vorbereitungen, um die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest einzudämmen

Amtstierärztin Dr. Christina Werner und Tiergesundheitsaufseher Manuel Gerland vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel mit einem der neuen Bergeanhänger.
+
Amtstierärztin Dr. Christina Werner und Tiergesundheitsaufseher Manuel Gerland vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel mit einem der neuen Bergeanhänger.

Vor einem Jahr wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Deutschland nachgewiesen. Um ihre Verbreitung einzudämmen, schult das Veterinäramt des Landkreises nun Teams zur Bergung infizierter Tiere.

Wolfhager Land – Das ist wichtig, um für den Fall, dass ASP bei Wildschweinen im Landkreis auftritt, gerüstet zu sein. „Vorbereitung für den Tag X“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. „Die Weiterverbreitung des Virus in der Wildschweinpopulation findet vorrangig über eine Ansteckung von gesunden Tieren an bereits verendeten Artgenossen statt.

Daher stellt die Bergung tot aufgefundener Wildschweine aus der Umwelt sowie deren sachgerechte Entsorgung eine der wichtigsten Bekämpfungsmaßnahmen dar“, erklärt Amtstierärztin Dr. Christina Werner vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel.

Die Schweinehaltungsbetriebe leiden am meisten unter der Seuche

43 Mitarbeiter aus 25 Kommunen wurden für die sachgerechte Bergung von Wildschweinen geschult. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg wurden zudem zwei Bergeanhänger beschafft, die mit für die Wildschweinbergung notwendigen Materialien und Schutzkleidung ausgestattet sind und im Fall des Ausbruchs der ASP sofort zur Verfügung stehen.

„Sollte es zu einem Ausbruch kommen, leiden am meisten die Schweinehaltungsbetriebe“, sagt Stefanie-Wittich-Vogel vom Kreisbauernverband. Auf die Tierhalter kommen neben zusätzlichen Kosten, etwa für weitere Beprobungen der Schweine, auch erhebliche Preisabschläge bei der Vermarktung zu. Außerdem können unter Umständen Flächen nicht beerntet werden, so Wittich-Vogel.

Entschädigung für die Schweinehalter

„Die betroffenen Schweinehalter müssen deshalb eine dauerhafte, angemessene finanzielle Entschädigung bekommen. Andernfalls sehen sich noch mehr Landwirte gezwungen, mit der Tierhaltung aufzuhören.“

Nicht nur die Bauern wären von einem Ausbruch betroffen: Auch in einer Sperrzone liegende Rad- und Wanderwege zum Beispiel, könnten dann nicht mehr benutzt werden. (Lea-Sophie Mollus)

Bisher 2067 Wildschweine mit ASP

In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals am 10. September 2020 in Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze bei einem tot aufgefundenen Wildschwein nachgewiesen. Seitdem breitet sie sich weiter im Grenzgebiet aus. Bis Anfang September dieses Jahres sind seit diesem Erstbefund 2067 Wildschweine positiv auf das Virus getestet worden. Für den Menschen und andere Tiere ist das Virus absolut ungefährlich. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.